#72: Interdisziplinären Austausch fördern in der Pferdewelt. Interview mit Jutta Waldvogel
Show notes
Jutta hat die HufMagie Intensivtage ins Leben gerufen. Eine Veranstaltung, die den interdisziplinären Austausch unter Profis in der Pferdewelt fördert und Pferdebesitzer:innen einen umfassenden Einblick in die Welt der Hufe zu geben - frei von Dogmen.
Du möchtest bei den HufMagie Intensivtagen dabei sein? Dann melde dich >>hier an.
Wenn du mehr über Jutta und ihre Arbeit erfahren möchtet, schau doch mal auf ihrer Webseite www.juttawaldvogel.de oder ihrem Instagram Profil @huf.magie vorbei.
Show transcript
00:00:00: Hallo und herzlich willkommen bei Pferd und Mensch im Balance. Dein Podcast zu den Themen
00:00:06: Hofgesundheit, stressfreie Hofbearbeitung und dem Aufbau einer vertrauensvollen Pferd-Mensch-Beziehung.
00:00:12: Ich bin Sarah Soman, Hofplägerin, Pferdeverhalten-Beraterin und Wirtschaftspsychologin und du
00:00:19: bekommst von mir in diesem Podcast jede Woche hilfreiche Tipps und Wissen, um die Hofgesundheit
00:00:25: deines Pferdes zu stärken und eine vertrauensvolle Beziehung zu deinem Pferd auf und auszubauen.
00:00:31: Hallo und herzlich willkommen zur neuen Podcast-Folge. Ich habe heute wieder eine Gästin mit dabei,
00:00:41: die Jutta Waldvogel. Und Jutta ist ebenfalls Hofbearbeiterin. Das wird heute also quasi ein
00:00:46: Austausch unter Kolleginnen und hat unter anderem die Hofmagie-Intensiv-Tage in das Leben gerufen,
00:00:54: wo wir heute auch darüber sprechen möchten. Aber Jutta, stelle dich doch einmal selber vor. Schön,
00:00:59: dass du dabei bist. Danke für die Einladung. Ja, also ich bin Hofbearbeiterin, ich glaube,
00:01:05: um die sieben Jahre oder so. Ich bin da selber reingestartet, weil der Huchschmied nicht mehr zu
00:01:09: unseren Pferden kam. Ich habe das neben der Schule tatsächlich die Ausbildung gemacht. Also bin da
00:01:13: sehr früh reingestartet und wollte das erst mal nur so für mich machen und dann kam aber direkt
00:01:18: die ersten Kunden und dann bin ich da irgendwie so richtig tief eingetaucht und da inzwischen
00:01:23: arbeite ich ja auch in einem ähnlichen Bereich wie du. Also ich unterstütze Pferdebesitzer dabei,
00:01:28: auch die Hüfe ihrer Pferde selber zu bearbeiten und die Kommunikation mit ihm pferd zu verbessern
00:01:33: und da auch wie so mit einem ganzheitlichen Blick auf die Pferde und auf die Hofgesundheit zu
00:01:38: schauen. Genau und das ist so das und ich arbeite eben auch viel online, hab online große und
00:01:44: eben jetzt auch die Hofmagie-Intensiv-Tage in 2024 das erste Mal gemacht, wo ich einfach
00:01:51: ja viele verschiedene Experten aus den Bereichen rund um die Hof- und Pferdgesundheit zusammen
00:01:57: gebracht habe, um da einen Austausch eben herzustellen, so dass die Leute auch wirklich mal
00:02:02: ein Bewusstsein darüber bekommen. Was gibt es denn für verschiedene Ansätze und ja was spielt
00:02:07: denn alles in die Hofgesundheit eigentlich mit rein, weil ich das Gefühl habe, auch wenn eigentlich
00:02:12: so viel Wissen da ist, ist es trotzdem für die Pferde sehr, sehr schwierig sich da weiterzubilden
00:02:17: und so ein Weg für sich zu finden und ich mag das einfach nicht dieses Dogmatische und ich
00:02:22: sage auch nie, dass mein Weg der einzig Richtige ist, weil ich das einfach nicht wahr finde,
00:02:26: sondern ich finde es wichtig, dass das da einfach einen offenen Austausch gibt und das ist wie so
00:02:31: mein Ziel das so ein bisschen in die Welt zu bringen. Genau. Ja, finde ich super spannend, ich habe mir
00:02:36: die letzten Veranstaltungen auch angeguckt, also war dabei bei deinen Hofmagie-Intensiv-Tagen
00:02:40: als Zuschauerin und darf ja dieses Mal dann auch selber mit einem Beitrag dazu beitragen und
00:02:47: finde es super spannend, weil ich finde, dass der Austausch zwischen den Dienstleistern am Pferd
00:02:53: rund um das Thema Hofgesundheit auch noch viel zu wenig gelebt wird in der Praxis. Wie ist da
00:02:58: deine Erfahrung mit? Hast du diese Erfahrung auch gemacht und was war deine Motivation dahinter,
00:03:03: die Hofmagie-Intensiv-Tage dann auch ins Leben zu rufen? Also ich muss sagen, also ich sehe,
00:03:10: dass tatsächlich auch so in meiner Praxis jetzt, wenn ich zu den Kunden fahre, mache ich inzwischen
00:03:14: nicht mehr so viel, aber ich sehe das schon immer wieder, dass es nicht so einfach ist,
00:03:19: da eine Zusammenarbeit herzustellen. Also das ist sehr selten eigentlich, dass da wirklich eine
00:03:25: Zusammenarbeit entsteht und ich denke aber eigentlich wäre das halt wirklich das Ziel und ich bin
00:03:30: da manchmal so hin und her gerissen, weil ich dann denke, muss ich jetzt auch noch eine
00:03:32: Osteopathie-Ausbildung machen, muss ich jetzt auch das und das machen. Ich denke aber,
00:03:35: das macht eigentlich gar keinen Sinn, weil es gibt schon so viele gute Menschen,
00:03:39: wir müssen uns einfach nur mehr vernetzen und mehr finden und dann da einfach dem Pferden
00:03:43: so helfen. Und mein Ziel war so ein bisschen, also ich erinnere mich da immer noch so zurück an
00:03:50: meine Anfangszeit, wo ich eben so dieses ganze Wissen über die Hüfe aufgesaugt habe. Also ich
00:03:55: war in allen möglichen Facebook-Gruppen und habe mich da ausgetauscht mit Leuten und versucht zu
00:03:59: lernen und Fragen zu stellen und ich habe so viel unfreundliche Leute erlebt, so viel Leute,
00:04:05: die einen dann verurteilen für die Fragen, die man stellt oder irgendwelche Shitstorms auslösen
00:04:10: mit hunderten Hate-Kommentaren, wenn man mal irgendwas anders sieht oder so, wo ich, es hat
00:04:16: mich viel gelernt so, aber wo ich dachte, boah, das ist echt blöd, wenn du als Ferdibsitzer nach
00:04:21: Antworten suchst und dann die ganze Zeit mit diesem Dokmatismus und mit diesen Leuten konfrontiert
00:04:27: bist, die dir sagen, das eine ist richtig und das andere ist falsch und wenn du es falsch machst,
00:04:31: dann bist du jetzt gekänzelt so ungefähr. Also das finde ich einfach richtig bescheuert, weil
00:04:37: jeder muss doch für sich gucken, dass er seinen richtigen Weg findet und ich kann doch immer nur
00:04:41: sagen, hey, das ist mein Angebot, schau, ob das für dich passt, probier es aus. Also ich bin kein
00:04:46: Fan davon, dass man jetzt so von Anbieter zu Anbieter hoppt, sondern ich denke, wenn du dich für
00:04:52: den Weg entscheidest, dann mach das mal für eine Weile, aber du kannst dich immer wieder umentscheiden
00:04:56: und ich bin dir dann auch nicht böse, du kannst du kannst machen, was du willst und das finde ich
00:05:01: halt wichtig, dass das in die Welt zu bringen, weil einerseits könnte man natürlich auch sagen,
00:05:04: wenn ich jetzt etliche Hofbearbeiter und Dienstleister zusammenbringe, dann hole ich mir ja ganz
00:05:09: viel Konkurrenz rein sozusagen, aber das ich sehe es halt gar nicht so, weil selbst wenn wir beide
00:05:14: jetzt auch ganz ähnliche Arbeit machen, die einen Leute haben Lust mit dir zusammenzuarbeiten,
00:05:20: die anderen haben Lust mit mir zusammenzuarbeiten und beides davon ist nicht falsch so und es gibt
00:05:26: genug Pferde, denen wir helfen können von dem her. Genau, das ist eigentlich so meine Intention,
00:05:30: dass es auch für Pferdebesitzer insbesondere wirklich einen Raum gibt, wo sie sich ohne dieses
00:05:38: Dogma einfach das rauspicken können, was ihnen gefällt. Natürlich habe ich so einen groben
00:05:44: Plan, welche menschliche Einlade und welche nicht. Also es gibt natürlich schon Menschen, wo ich sage,
00:05:50: boah, diese Philosophie liegt mir gar nicht, die lad ich nicht ein, aber ich habe trotzdem auch ein
00:05:53: paar Menschen, wo ich sage, ja okay, mit dem stimme ich überein, mit dem anderen vielleicht nicht so,
00:05:57: aber ich lad die Menschen trotzdem ein, weil ich sehe, dass die Erfolg haben mit dem, was sie machen.
00:06:01: Und genau, dass man da aber trotzdem so einen groben Rahmen hat, wo aber trotzdem einfach
00:06:08: viele Variationen Platz haben und man dann einfach schauen kann, was für sich, was bei einem eben
00:06:14: Stimmig ist. Ja, finde ich einen total schönen Ansatz, gerade auch diese Einstellung, dass es eben
00:06:20: keine Konkurrenten sind, sondern eher sich das Wissen ja auch ergänzt, denn wir haben ja auch
00:06:24: irgendwann mal angefangen irgendwo zu lernen und uns Wissen anzueignen und man kann ja nur durch das,
00:06:31: was man sich an weiteren Wissen aneignet, dazu lernen und seinen Bild eben von jetzt in unserer
00:06:37: Situation eben von der Rufgesundheit noch erweitern und dann neue Aspekte mit hinzunehmen und das
00:06:43: finde ich sehr schön, dass du da eben versuchst diesen Dogmatismus aufzubrechen und zu sagen,
00:06:47: hey, schau dir viel an und dann entscheide ich für deinen eigenen Wegen, nehm dir das mit,
00:06:51: was du gebrauchen kannst, probier es aus. Das fehlt mir auch tatsächlich in der Pferdwelt noch zu
00:06:58: nehmen, dass wir eben einfach uns immer als Konkurrenten sehen, statt zusammenzuarbeiten und
00:07:02: da eben das Ziel in den Fokus zu stellen, den Pferden zu helfen und nicht unser eigenes Ego
00:07:08: eben so voranzubringen und in den Mittelpunkt zu stellen. Ja, absolut. Hast du da schon Gegenwind
00:07:15: erfahren in irgendeiner Richtung oder wird das gut angenommen, dieses Zusammenarbeiten und
00:07:21: voneinander lernen? Also Gegenwind habe ich tatsächlich nicht wirklich erfahren. Ich habe
00:07:27: eher umgekehrt sehr viel positives Feedback gekriegt und natürlich gibt es Leute, die sagen,
00:07:33: boah, ja mit der Person konnte ich jetzt nicht so viel anfangen und es war so sehr unterschiedlich,
00:07:37: weil ich habe auch, ich habe Menschen dabei gehabt, die sage ich mal eher in eine esoterische
00:07:41: Richtung gehen und ich habe auch Menschen dabei gehabt, die eher so in dem klassischen noch drin
00:07:46: sind und natürlich gibt es dann die einen, die passt das eine besser und für die anderen das andere,
00:07:49: aber trotzdem muss ich sagen, dass das hat sehr gut funktioniert. Also ich habe eher, also vor ein paar
00:07:57: Jahren, als ich angefangen habe online auch Beratungen zu machen und Kurse zu oder Workshops
00:08:01: zur Verfügung zu stellen, da habe ich deutlich, deutlich mehr Gegenwind bekommen, aber inzwischen
00:08:06: ist das gefühlt auch immer normaler geworden, dass wir eben uns auch auf diesen Wegen weiterbilden
00:08:13: können. Dafür bin ich tatsächlich sehr dankbar, also das hat wirklich sehr gut funktioniert.
00:08:17: Ja, sehr schön, das finde ich ist ein guter Ansatz und ja macht irgendwie auch so ein bisschen
00:08:22: Hoffnung, dass es in der Pferdewelt da einfach auch ein bisschen offener wird und eben dieser
00:08:28: Konkurrenzgedanke immer weiter in den Hintergrund rückt und eher so ein Miteinander auch dann
00:08:32: entstehen kann, was ich dann ja auch wieder auf das tatsächliche Arbeiten vor Ort übertragen kann,
00:08:37: wobei man da ja auch noch mit anderen Persönlichkeiten anderen Hierarchien zu tun hat. Ich in meiner
00:08:43: Arbeit erlebe das häufig gerade in der Zusammenarbeit mit Hufschmieden oder auch Tierärzten,
00:08:50: wenn es da mal wirklich um Spezialbeschläge geht, um irgendwelche Korrekturen, die gemacht
00:08:55: werden müssen oder eben auch wenn es um Hufrehefälle mit Tierärzten geht, dass man da immer noch so ein
00:09:00: bisschen dieses Machtgefälle hat, aber das ist ja dann ja in dieser Onlinewelt eher was,
00:09:06: was man nicht so in dem Austausch hat. Wir gehen mit dir das denn im wahren Leben mit den Pferdesitzern
00:09:11: auch und gibt es da von dir einen Tipp, wie man da gut mit umgehen kann. Ja, also bei mir ist es
00:09:19: meistens so, dass die Leute dann zu mir kommen, wenn sie eigentlich schon sich von ihrem bisherigen
00:09:25: Schmied oder Bearbeiter getrennt haben, aber es war jetzt zum Beispiel kürzlich ein Fall, da hat
00:09:33: das Pferd eine Hufrehe gehabt. Die Besitzerin hat das erst nicht so richtig gesehen, das Pferd ist
00:09:39: davor schon ein bisschen fühlig gelaufen und hatte schon nicht so gute Hüfe und dann war es aber
00:09:43: irgendwann richtig schlecht und dann hat sie mich halt gerufen um dann mal ihr zu helfen wieder
00:09:47: bei der Bearbeitung, weil sie das so größtenteils selber macht und dann habe ich ihr halt sagen müssen,
00:09:53: was das leider eine Hufrehe ist, was sie da hat und habe den dann auch bearbeiten können und so
00:09:58: und dann hatte halt wirklich eine lange Phase gehabt, wo es ihm echt schlecht ging und wo dann
00:10:04: tatsächlich auch die Tierärzte halt wirklich sie fast gezwungen haben, da dann Keile drunter zu
00:10:09: machen und dieses oder jedes Medikament zu geben und dann wollten die das Pferd in die Klinik und
00:10:15: dann haben sie gedroht, wenn sie das jetzt nicht so und so macht, dann holen sie das Veterinäramt
00:10:20: und solche Geschichten und das fand ich wirklich krass, weil ich war alle zwei Wochen da zur
00:10:24: Bearbeitung und die Hüfe sahen nicht so schlecht aus, auch die Röntgenbilder waren nicht so schlecht,
00:10:30: das Pferd ist zwar richtig schlecht gelaufen, aber es war jetzt nicht so kurz vor zwölf, die Sohle war
00:10:35: immer noch ziemlich dick und so weiter, also wir haben eigentlich rechtzeitig gut gehandelt und
00:10:39: haben wirklich klein schrittlich bearbeitet und so weiter und mit Hufschulen und sie hat sich da
00:10:44: wirklich gut bemüht und das Pferd hat auch abgenommen und so weiter, obwohl wir das alles gemacht
00:10:48: haben und obwohl ich auch so regelmäßig da war und das betreut habe und so weiter, war es dann
00:10:54: trotzdem so, dass die Tierärzte halt da ja einfach ihren Weg durchboxen wollten mit den Keilen und
00:11:02: mit den Medikamenten und so weiter und das finde ich schon richtig schade, weil einerseits kostet
00:11:08: das ja unfassbar viel Geld auch für die Leute, es macht halt gar keinen Sinn, wenn ich jetzt als
00:11:13: Hofbearbeiter einen Weg verfolge und der Tierarzt dann genau das Gegenteil macht, da muss eine
00:11:18: Kommunikation her, weil sonst ist es einfach frustrierend für beide Seiten, wenn immer wieder
00:11:24: irgendjemand was anderes macht, es braucht halt irgendwie so einen Weg, der sich durchzieht und
00:11:28: natürlich ist es mir lieb, wenn ich mich da austauschen kann, aber das habe ich da in der
00:11:33: Stelle schon auch so beobachten können, dass da auch nicht wirklich ein Interesse daran war,
00:11:38: warum wir das jetzt so und so machen, sondern da wird dann halt das Schema X durchgezogen,
00:11:43: heißt nicht, dass jeder Tierarzt so ist, aber ich sage auch immer mehr so gerade auch mit den
00:11:49: Tierärzten, ich habe gar nicht die Erwartung, dass sie alles über Hufe wissen müssen, ich habe
00:11:54: nicht die Erwartung, dass sie wissen müssen, wie man genau den Abszess aufschneidet oder wie man
00:11:58: genau die Hufe behandelt, weil die müssen für so viele verschiedene Spezies irgendwie behandeln
00:12:04: können und wissen, was man da wann einsetzt und der Hufe ist an sich schon so komplex, es hat ja
00:12:10: nicht ohne Grund eine eigene Profession, die sich damit auseinandersetzt, aber das Problem ist halt
00:12:14: eben, wenn dann auch bei den Tierärzten halt diese Idee ist, dass sie trotzdem die Experten sind und
00:12:22: das finde ich halt so ein bisschen das Schwierige daran, anstatt dass man sagen könnte, ja, ich
00:12:26: würde so und so machen oder das wäre jetzt für mich der sichere Weg, aber wenn wir hier jetzt in
00:12:31: der Zusammenarbeit sind und ich da regelmäßig drauf gucken kann oder so, dann können wir es
00:12:37: halt auch so und so machen, weil du bist ja der Experte, du hast die Erfahrung mit der Therapie
00:12:41: von den Hufen, also das wäre eigentlich das, was ich mir wünschen würde und ich kenne auch Tierärzte,
00:12:46: die so arbeiten, aber es sind halt wenige und das ist halt wirklich schade, aber jeder sollte
00:12:51: ja eigentlich so in seinem Bereich halt einfach arbeiten können, genauso wie wie ich natürlich
00:12:56: sagen kann, hey, guck mal deine Heuqualität an oder vielleicht könntest du mal dieses Mineralfutter
00:13:01: ausprobieren, ich glaube das würde für dein Pferd gut funktionieren, aber wenn das halt ein
00:13:05: größeres Ding ist, dann muss ich ja trotzdem sagen, ja, wenn du dir unsicher bist oder wenn das
00:13:09: nicht weiterhilft, dann musst du eine Futterberatung machen. Ich habe zwar einen gewissen Bereich,
00:13:15: wo ich Ahnung habe, aber ich bin kein Futterberater so, von dem her, das ist halt wie, das finde ich
00:13:22: halt das Wichtige, dass man dann irgendwo auch seine Grenzen kennt, sowohl als Bearbeiter, aber eben auch
00:13:26: als Tierarzt oder Huft-Smied. Ja, jetzt hast du dich ja auch zum Großteil auf die Wissensvermittlungen
00:13:32: fokussiert, was glaubst du, welche Bedeutung hat für solche Situationen auch die Wissensvermittlungen
00:13:38: an Pferdebesitzer*innen? Also was ich jetzt zum Beispiel gerade bei dem Beispiel gemerkt habe,
00:13:44: ist natürlich, das hat der Besitzerin schon geholfen, da einfach für sich eine Sicherheit zu haben und
00:13:50: dann mit der Situation trotzdem irgendwie umzugehen und insgesamt, ja, merke ich einfach, dass es eine
00:13:56: Sicherheit gibt, dass es nicht so, weil sonst ist es halt, du hast irgendwie drei verschiedene
00:14:01: Meinungen und weißt dann gar nicht, was ist es denn jetzt, weil jeder hat ja auch seine gewisse
00:14:05: Logik, die er irgendwie vermittelt und ich denke, wenn du halt einen Weg mal ein bisschen intensiver
00:14:12: anschaust und vor allem für dich ausprobierst und dann die Ergebnisse siehst, dann gibt
00:14:16: dir das halt eine Sicherheit. Also ich finde auch nicht, dass es gut ist, wenn du mir jetzt einfach
00:14:20: zuhörst und dann sagst, ja, das ist der Weg, sondern probier es aus für dein Pferd, lasst es mal,
00:14:26: bearbe es mal ein paar Monate in die Richtung und guck mal, was passiert und dann kannst du sagen,
00:14:31: ob das der Weg ist oder nicht. Aber mir blind zu glauben bringt ja auch nichts, aber das ist halt,
00:14:36: wenn nie eine Erfahrung damit gemacht hast, dann hast du ja gar keinen Ansatzpunkt, um jetzt zu wissen,
00:14:43: ob das, was dir erklärt wird, ob das jetzt Sinn macht oder nicht. Und das sehe ich eben schon,
00:14:47: dass das den Leuten halt wirklich hilft, egal ob es jetzt hier als ein anderer Bearbeite oder
00:14:53: ein Streikollege oder sonst was, die halt irgendwas sagen, das hilft da einen Abgleich zu finden.
00:14:58: Und selbst wenn sie nur auf einem Hufkurs waren oder so und dann da trotzdem schon gemerkt haben,
00:15:03: okay, wenn ich jetzt den Huf so und so bearbe, dann ist er plötzlich nicht mehr schieb oder das
00:15:07: Pferd fängt an zu kauen und zu gähnen und ist plötzlich viel entspannter. Oder was auch immer es
00:15:11: ist, also dass sie da trotzdem wie schon eine Erfahrung einfach damit machen und merken,
00:15:15: okay, es hat diesen oder jeden Effekt. Und das gibt einfach eine Sicherheit. Ja, doch auf jeden Fall
00:15:22: kann ich auch so unterschreiben und was ich mal ganz schön finde, wenn Pferdebesitzer*innen auch mal
00:15:27: so ein Kurs mitgemacht haben und so ein bisschen das Verständnis für den Huf haben, ist fällt es
00:15:32: ihnen oft leichter, die richtigen Fragen zu stellen und auch mal zu hinterfragen, ob das, was am
00:15:36: Huf gemacht wird, tatsächlich zielführend ist. Weil gerade als Profi kriegt man vielleicht auch
00:15:42: irgendwann diesen Punkt, wo man ein bisschen Betriebsblindheit vielleicht auch entwickelt und
00:15:48: ein bisschen nachlässiger wird. Und wenn man dann weiß, der Pferdebesitzer ist aber mit dabei und
00:15:53: hat ein bisschen Ahnung, ist man da eben nicht alleine mit der Verantwortung, die man dann als
00:15:57: Hufprofi übernehmen muss, sondern die Verantwortung kann wieder zurück an den Pferdebesitzer gegeben
00:16:02: werden, der dann eben einen Blick darauf hat, dass es auch wirklich in die richtige Richtung geht,
00:16:05: dass sich der Huf gut entwickelt, dass vielleicht auch mal eine Hufdokumentation gemacht wird
00:16:10: in Form von Fotos, dass man so ein Verlaufsprotokoll hat, dass man das nicht eben alles als Profi
00:16:14: machen muss und verwalten muss, sondern da wirklich auch eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe mehr
00:16:21: entsteht und nicht dieses Machtgefälle. Ich bin jetzt der Profi, ich sage wo es lang geht, du bist
00:16:25: der Pferdebesitzer, der von nichts Ahnung hat, sondern sich das mehr und mehr angleicht. Das
00:16:30: macht natürlich auch ein bisschen unentspannter vielleicht für den einen oder anderen Profi,
00:16:33: weil man sich weiterbilden muss, Antworten haben muss auf gewisse Fragen, vielleicht auch selber mal
00:16:39: die Stärke haben muss zu sagen, oh da bin ich mir jetzt gerade nicht sicher, das muss ich selber
00:16:43: nochmal überdenken oder vielleicht auch nochmal nachlesen, nachschauen, mit einem Kollegen mich
00:16:48: austauschen. Hat immer zwei Seiten von diesem Aspekt, aber ich finde, es macht die Qualität
00:16:52: hinterher fürs Pferd deutlich besser. Ja, das sehe ich auch so und was ich auch noch interessant
00:16:58: finde ist, ich habe das Gefühl, es gibt so wie zwei Lager, die einen, denen fällt es nicht mal auf,
00:17:02: dass es Pferd eine Hufrehe hat oder eine Strahlfeule und die anderen, die kriegen schon Panik, wenn
00:17:06: da ein kleiner Haares im Horn erscheint und auch das habe ich so das Gefühl, wenn man sich ein
00:17:12: bisschen mehr mit den Hufen beschäftigt und weiß wie der Hof aufgebaut ist, wie das funktioniert
00:17:15: und so weiter, dann wird auch das einfacher, da die Dinge einzuschätzen und dann kriegst du halt
00:17:21: nicht den Anruf, weil da mal ein bisschen was wegblättern oder so und gleichzeitig kann der
00:17:25: Besitzer dann aber auch viel eher mal sagen, ich glaube, da läuft gerade wirklich was falsch oder
00:17:28: auch mal bei dem Stallkollegen oder so drauf gucken und sagen, hey, guck mal dein bei deinem
00:17:33: Hof bearbeiter, ob du da nicht um was verbessern kannst noch. Also auch das finde ich macht
00:17:38: einfach Sinn. Also ich mache jetzt auch seit einem halben Jahr alle zwei Wochen so kostenlose
00:17:43: Blickschulungskrolls, wo die Leute mir ihre Hüfe schicken können und ich die dann bespreche und ich
00:17:49: habe auch das Gefühl, dass das den Leuten richtig viel hilft, einfach viele verschiedene Hüfe zu
00:17:52: sehen und wirklich zu sehen, okay, was, wie sieht ein gesunder Hof aus, was sind vielleicht Problemstellen
00:17:59: nicht das erkennen, was man da an der Bearbeitung verbessern kann, weil das daran mangelt,
00:18:05: glaube ich, einfach sehr häufig. Ja, total spannender Aspekt. Glaubst du, dass sich das auch mit
00:18:12: so Veranstaltungen wie den Hofmagi-Intensivtagen verändern wird, dass da auch mal Leute reinschauen,
00:18:17: die sich vielleicht mit dem Thema noch nicht auseinandergesetzt haben oder wie ist auch vom
00:18:21: letzten Mal deine Erfahrung, was hast du für Rückmeldungen bekommen? Waren da hauptsächlich
00:18:24: Menschen dabei, die sich schon mit dem Thema Hof auseinandergesetzt haben oder konntest du da auch
00:18:29: viele neue Menschen begeistern für das Thema Hofgesundheit? Also ich kann es nicht so 100%
00:18:36: sagen, wie viele Leute sich noch gar nicht damit beschäftigt haben. Ich hatte insgesamt schon das
00:18:41: Gefühl, dass es eher Leute waren, die schon auf dem Weg sind, sich weiterzubilden. Und ich habe
00:18:47: ja auch das Ganze nicht komplett kostenlos gemacht, sondern einfach in den geringen Eintrittspreis
00:18:52: sozusagen gehabt, weil ich halt auch ein bisschen die Qualität filtern wollte, weil ich kenne das
00:18:57: halt von der, aus dieser Hufszene und auch der ganzen Pferdewelt insgesamt, dass einfach da so
00:19:03: viel gelästert wird und so viel gegeneinander auch einfach passiert, weshalb ich nicht wollte,
00:19:08: dass da so viele Leute reinkommen, die einfach mal gucken wollen und sich dann danach darüber
00:19:13: auslassen, sondern ich wollte, dass es wirklich Menschen, die sagen, hey, mich interessiert das
00:19:16: richtig. Aber es waren wirklich von Anfängern bis Profis waren wirklich viele dabei, also aus allen
00:19:24: Bereichen, die sich da weitergebildet haben. Und ich hatte schon das Gefühl, dass da auch einige
00:19:30: dabei waren, denen einfach noch viele Aspekte nicht so bewusst waren oder die vieles noch nicht
00:19:35: kannten. Und ich muss auch sagen, ich selber habe auch in jedem Gespräch irgendwie noch mal was
00:19:39: gelernt. Also auch das ist ja irgendwie cool zu merken, so hey, selbst wenn ich schon das seit
00:19:44: Jahren mache und mich schon viel weitergebildet habe, trotzdem ist da einfach noch ganz viel,
00:19:50: wo man sich noch verbessern kann. Ja, finde ich ein total schöner Ansatz da auch unter diesem
00:19:56: Aspekt, lebenslanges Lernen dran zu gehen und für sich auch festzustellen, man lernt wirklich
00:20:00: nie aus und man kriegt immer noch irgendwelche Aspekte mit, auch von anderen Bearbeitungsrichtungen.
00:20:05: Das ist so, finde ich, die heißeste Diskussion, die häufig geführt wird. Welche Bearbeitungsrichtung
00:20:10: ist denn jetzt die richtige? Und da ist meine Antwort häufig die, die dem Pferd hilft. Ich habe
00:20:15: zwar zu manchen Dingen eine Meinung, wo ich sage, das erschließt sich mir einfach nicht oder es gibt
00:20:20: Ansätze, wo ich sage, finde ich gefährlich, das jetzt so groß zu kommunizieren in die ein oder
00:20:27: andere Richtung, weil es einfach für uns für viele Haltungsbedingungen nicht umsetzbar ist
00:20:31: und so weiter und so fort. Also ich muss immer gucken, wie lebt das Pferd, was kann ich da an
00:20:36: Bearbeitung machen und das irgendwie so ein Stück weit runterbrechen, aber so komplett eine
00:20:42: Bearbeitungsrichtung abzulehnen ist, glaube ich, auch nicht so der richtige Weg, solange sie den Pferd
00:20:47: irgendwie nicht schadet und sich da immer wieder anzuhören. Was ist die Idee hinter dem, was die
00:20:53: anderen sich dabei denken, finde ich, ist auch immer ein total spannender Aspekt und man kriegt
00:20:57: da auch immer wieder die Augen geöffnet und nochmal so einen Blick über den Fellerrand. Ja,
00:21:02: ich habe tendenziell, also ich werde das auch immer wieder gefragt, was hast du denn für eine
00:21:05: Ausbildung gemacht, aber ich muss auch sagen, das, was ich ursprünglich gelernt habe, ich habe
00:21:08: davon ganz wenig nur noch was ich wirklich mache und habe ganz vieles verändert und ich sage auch
00:21:14: immer so, es gibt aus jeder Bearbeitungsrichtung gibt es gute und schlechte Leute und ich finde,
00:21:19: am ehesten findest du gute Leute, wenn das wirklich Leute sind, die sich in verschiedene
00:21:23: Richtungen auch Dinge angeschaut haben, also die nicht auf ihrer Methode alleine hocken bleiben,
00:21:28: sondern auch eben, wie du sagst, über den Tellerrand gucken und sich noch ein paar andere Aspekte
00:21:32: anschauen und dann kannst du eigentlich aus jeder aus jeder Richtung gute Leute finden, also auch
00:21:38: in den letzten und fenergentensivtagen hatte ich aus allen möglichen Richtungen Leute dabei,
00:21:43: die wirklich gut sind. Also da, ja, ich finde, das ist immer schwierig, sich darauf zu sehr zu
00:21:49: versteifen und das Spannende finde ich auch immer so, die Leute haben ja selber gar keine Ahnung,
00:21:53: was diese Bearbeitungsrichtung eigentlich wirklich bedeuten und was das Konzept dahinter ist,
00:21:57: es ist ja gar nicht so einfach zu verstehen manchmal, von dem her ist es wirklich schwierig
00:22:02: danach eigentlich zu urteilen und ja, das ist eben so mein kleiner Versuch da ein bisschen weiter
00:22:08: zu helfen, dass die Leute sich besser orientieren können, aber es ist wirklich voll schwierig,
00:22:12: wie du sagst, man muss es letztendlich für sein eigenes Pferd ausprobieren und auch wirklich
00:22:17: schauen, ist das, was der Bearbeiter mir erklärt, ist das für mich schlüssig und sehe ich das
00:22:23: Ergebnis dann auch, also genau. Gibt es denn für dich irgendwelche Aspekte, wo man darauf achten
00:22:30: sollte, aus Pferdebesitzer*innen in Sicht, wenn man sich einen Hofbearbeiter sucht oder auch
00:22:34: prober nachdenkt zu wechseln, was sind für dich so ja Qualitätskriterien bei einem Hofprofi und
00:22:40: was sind vielleicht auch so absolute No-Gos? Also erst mal finde ich es wichtig, dass das,
00:22:45: dass jemand ist, der Lust hat, eine Frage zu beantworten. Eben wie du schon gesagt hast,
00:22:51: auch bei mir kommt es manchmal noch vor, wo ich einfach nicht weiter weiß oder wo ich sage,
00:22:57: da muss ich mich noch mal weiterbilden oder das und das meine ich gehört zu haben oder das und
00:23:02: das ist für mich logisch, ich weiß nicht, ob es genau so ist. Also ich finde das auch wichtig,
00:23:06: das zu können, aber im Großen und Ganzen finde ich es wichtig, dass das jemand ist,
00:23:11: der nicht genervt ist von deinen Fragen, sondern der halt wirklich Lust hat, dir das zu erklären,
00:23:17: weil für mich persönlich macht es einfach total viel Sinn, wenn die Pferdebesitzer das verstehen,
00:23:23: was ich mache, weil dann können sie auch die anderen nötigen Aspekte verbessern, um dem Pferde
00:23:29: eben zu helfen, also eben die Fütterung, die Haltung und so weiter oder auch alleine schon,
00:23:33: wenn ich sage, ich möchte ein kürzeres Bearbeitungsintervall haben, wenn ich den Pferdebesitzer
00:23:37: erklären kann, warum, dann ist es viel wahrscheinlicher, dass er das auch beibehält als wenn
00:23:43: der gar nicht weiß, warum und deswegen finde ich, dass verbessert einfach die Zusammenarbeit,
00:23:48: wenn man da eine Kommunikation hat. Dann finde ich es wichtig, dass der Mensch einfach freundlich
00:23:54: mit dem Pferd umgeht, dass man da einfach, also alleine schon einmal das Pferd begrüßen so,
00:24:00: freundlich und sich da ein bisschen Zeit lassen. Ja, ich bin auch, also ich finde, laut werden oder
00:24:09: körperlich werden geht wirklich nur, wenn das eigene, die eigene Sicherheit bedroht ist, also
00:24:14: wenn man irgendwie weggedrückt wird oder gekickt oder gebissen wird, das sind für mich so die
00:24:18: Fälle, wo ich sage, da, okay, da gehe ich auch mal dagegen so, weil das geht nicht, aber alles andere
00:24:23: ist es, finde ich, nicht in Ordnung, wenn man, wenn man da irgendwie handgreiflich oder laut wird
00:24:28: oder sowas. Eher muss man dann auch einfach sagen, hey, so geht das gerade nicht, du musst das eben
00:24:33: üben, aber das nicht am Pferd dann auslassen. Was ist noch wichtig? Ja, also ich finde es schon auch
00:24:50: gut, wenn das einfach jemand ist, der so ein paar, so ein bisschen ein Hintergrund hat und der sich
00:24:57: auch vielleicht dafür interessiert, wie das Pferd gehalten wird, wie das Pferd geritten wird, welche
00:25:00: Böden, welches Futter und so weiter und der einfach so insgesamt ein bisschen auf das Pferd guckt,
00:25:06: weil das hat auch jemand in den letzten Intensivtagen gesagt, so als Pferdbesitz, als Berufbearbeiter
00:25:13: bist du eigentlich derjenige, der im regelmäßigsten von außen an das Pferd rankommt und mögliche
00:25:19: Veränderungen sehen kann. Und das finde ich halt irgendwie auch wichtig, dass man da vielleicht
00:25:24: mal was sagt, wenn das Pferd irgendwie eine Lagerung hat oder wenn es Pferd zu dünn wird oder wenn
00:25:29: sonst halt irgendwas nicht stimmt, dass man da einfach was sagt und dass man gleichzeitig aber auch
00:25:36: jemanden hat, den man da irgendwo vertraut mit dieser Meinung. Ja, ich würde mal sagen,
00:25:43: dass das sind eigentlich so die wichtigsten Aspekte und dass halt auch jemand ist, der einfach, der
00:25:49: sich so ein bisschen auf die Individualität des Pferdes einlässt. Also wenn das Pferd halt eben nur
00:25:54: frei stehen kann oder wenn das Pferd lieber erst hinten bearbeitet werden möchte oder wenn man
00:25:57: da abwechseln sollte oder wenn man da mehr Pausen braucht, was auch immer es ist, dass da eine gewisse
00:26:02: Flexibilität ist. Also je nachdem, natürlich kann man nicht immer alles möglich machen, aber
00:26:07: dass da einfach so ein Wille ist, sich auf das Pferd einzulassen und so ein bisschen die Wünsche des
00:26:13: Besitzers mit einzubeziehen. Und ich muss auch sagen, ich finde es wichtig, dass der Bearbeiter
00:26:20: nicht zu lange braucht. Also weil das sehe ich halt auch oder das höre ich immer wieder von Leuten,
00:26:26: dass die sagen, ja mein Hofbearbeiter oder meistens eine Frau, die hat immer eine Stunde oder
00:26:32: eineinhalb Stunden gebraucht, um das Pferd zu bearbeiten. Und dann wundere ich mich halt auch
00:26:36: nicht, wenn das Pferd rumzappelt, weil das finde ich, wenn du das professionell machst, ist es zu
00:26:41: lang. Also natürlich, wenn du anfängst, das braucht natürlich eine Weile, bis man einigermaßen
00:26:47: schnell ist, aber ich bin jetzt auch keine besonders große starke Person und ich, wenn das Pferd
00:26:51: einigermaßen hinhält, dann schaffe ich das locker in einer halben Stunde. Und ich denke alles,
00:26:55: was über eine Stunde geht, ist einfach oder sogar eine Dreiviertelstunde, muss man sich überlegen,
00:27:01: ob das so funktioniert, weil es langfristig für das Pferd einfach nicht so cool. Ja, das sind
00:27:09: erstmal so die Aspekte, die mir gerade einfallen. Gibt bestimmt noch mehr. Ja, gerade die letzten
00:27:14: beiden finde ich auch super spannend und wichtig. Auch dieses Thema auf das Pferd eingehen. Gerade
00:27:19: wenn die Pferde ihre körperlichen Baustellen haben, ich finde, da wird ganz häufig darüber hin
00:27:23: weggegangen, dass viele Pferde einfach bodennah bearbeitet werden müssen, nicht so hoch die Beine
00:27:29: halten können oder vielleicht mal zwischendurch absetzen müssen. Und da wird häufig argumentiert,
00:27:35: naja, man muss aber auch gucken, dass man sich selber nicht kaputt macht und dass es nicht zu
00:27:39: lange dauert, aber gerade dieser Aspekt, ich kooperiere mit dem Pferd, ist aus meiner Erfahrung
00:27:43: einer, der dazu führt, dass es eher schneller geht, als wenn ich mich mit dem Pferd anlege und
00:27:47: Druck ausübe, weil dann in der Regel Gegendruck folgt und man sich immer mehr hochschaukelt.
00:27:52: Und also ich muss sagen, aus meiner eigenen körperlichen Erfahrung, ich finde es auch manchmal
00:27:58: entspannter, die Pferde bodennah zu bearbeiten, als auch dagegen die Kräfte anzuarbeiten und das
00:28:04: Pferd zu zwingen, irgendwie das Beinen noch ein bisschen höher zu halten. Aber das ist wahrscheinlich
00:28:08: auch bei jedem so ein bisschen unterschiedlich und hängt vielleicht auch mit den körperlichen
00:28:12: W-W-Chien zusammen, die man hat oder eben noch nicht hat, weil man noch ein bisschen jünger ist.
00:28:16: Gerade in den Schmied, der vielleicht schon irgendwie kurz vor der Rente ist, der wird
00:28:20: wahrscheinlich nicht mehr so kompromissbereit sein, kann das wahrscheinlich körperlich auch nicht,
00:28:23: was dann auch okay ist. Der darf sich dann aber vielleicht die Freiheit nehmen und zu sagen,
00:28:26: ich nehme nur die Pferde in meine Kundschaft auf, die das eben können. Da muss man vielleicht auch
00:28:31: ein bisschen eingestehen, wenn man Pferde nicht bearbeiten kann, wenn die Pferde nicht zu einem
00:28:36: passen und da eben die Grenzen dann auch irgendwann erreicht sind. Ja und auch der zweite Aspekt,
00:28:42: den du genannt hast, finde ich da auf jeden Fall wichtig, dass man eben nicht zu lange braucht
00:28:46: und sich darauf trainiert, eben schnell zu sein und da ja in einer halben Stunde durch zu sein.
00:28:52: Also das klar, am Anfang braucht man länger, das ist klar, man muss erstmal eine Schlachtzahl schaffen
00:28:56: und ja, da so ein bisschen in sein Tempo, in seine Routine reinkommen. Da finde ich es aber wichtig,
00:29:02: dass man da auch irgendwie in der Ausbildung schon darauf achtet, dass man in die Übung,
00:29:06: wenn man das auch beruflich machen möchte. Also ich bin ja selber Ausbilderin am LTZ und
00:29:11: habe dann meinen eigenen Standort-Uhrig-Pferdbesitzerin, dann ja auch in der Regel zu Profis Ausbilden.
00:29:16: Und denen, die das wirklich beruflich machen wollen, gebe ich immer mit, dass sie auch nicht nur in
00:29:22: den Kursen bearbeiten sollen, sondern sich schon mal Übungsferde suchen sollen von Freunden,
00:29:26: von Stallkolleginnen, um da einfach eine gewisse Schlachtzahl zu schaffen und auch auf Tempo zu
00:29:30: arbeiten, damit die Handgriffe sitzen, um es im Fern hinterher leichter zu machen. Gerade Pferde,
00:29:35: die schon älter sind oder noch besonders jung, die können einfach nicht so lange auf drei Beinen
00:29:39: stehen und ich finde, das braucht man denen auch nicht abverlangen. Ja absolut und lieber macht
00:29:44: man dann auch einfach, wenn man ein bisschen Pause dazwischen und so. Ja. Das macht es auch Sinn,
00:29:48: wenn man wirklich die ersten paar Mal, wenn man sich da wirklich Zeit lässt, dann wird es,
00:29:53: dann geht es auch irgendwie schneller, aber man muss natürlich an sich selber dann eben auch
00:29:56: arbeiten, dass man es dann auch packt so, ja. Ja. Und was ich mittlerweile tatsächlich mache,
00:30:00: ich erziehe meine Kunden dahin, dass sie auch ein regelmäßiges Intervall einhalten. Also das
00:30:06: mache ich nicht mehr, dass ich sage, ich nehme die Kunden, die das manchmal auch irgendwie acht bis
00:30:11: zwölf Wochen rauszögern. Das sind dann einfach nicht meine Kunden, weil dann brauche ich natürlich
00:30:14: auch länger oder muss invasiver korrigieren und das ist einfach nicht meinen Arbeitsstandard,
00:30:20: nicht meine Arbeitsqualität, die ich mir wünsche und ich finde, das dürfen wir uns als Hufprofis
00:30:24: dann auch rausnehmen, dass wir sagen, das sind unsere Rahmenbedingungen, die für uns einfach
00:30:29: notwendig sind, damit wir eine gute Arbeit ableisten können und auch die Qualität gewährleisten
00:30:34: können und auch sowas wie die Zeit. Ja und ich finde das tatsächlich auch noch mal einen guten Aspekt,
00:30:39: weil ich persönlich würde jemandem, der sagt, ja alle acht Wochen reicht für Bearbeitung,
00:30:43: den würde ich nicht vertrauen, weil das hat man ja wirklich auch rausgefunden, dass das über sechs
00:30:49: Wochen ist eine Korrektur nicht möglich bei den meisten Fährten. Sicherlich gibt es Ausnahmen,
00:30:52: die irgendwie im Aktivstall laufen oder die wenig Hornwachstum haben oder so oder mein alter
00:30:57: Wallach, da wächst auch fast nichts nach über den Monat und trotzdem wird er ein bisschen schief
00:31:01: und dann mache ich den halt wieder rund so und bei meinem Jungen, der da ist dann schon Zentimeter
00:31:06: gewachsen in der Zeit, aber ebenso, dass ich würde sagen bei 80, 90 Prozent der Pferde macht das Sinn,
00:31:12: nach vier Wochen zu bearbeiten, aller höchstens alle sechs Wochen, aber darüber macht das für
00:31:20: mich keinen Sinn und wenn da jemand so ganz lapidar damit ist, dann ist das für mich auch ein Zeichen,
00:31:25: dass das vielleicht nicht die höchste Qualität ist, die man da bekommt. Ja das stimmt und meine
00:31:32: Erfahrung ist, dass das häufig gerade bei Sheddies hinausgezögert wird und dass da immer gesagt
00:31:37: wird, ah der braucht nicht so häufig, den machen wir nur jedes Zweite mal mit. Ja, bei manchen gehe ich
00:31:41: damit, wenn die vor der Kutsche laufen und sich wirklich gleichmäßig die Rufe ablaufen, dann kann
00:31:46: das sein, aber ich habe vor kurzem auch eine Anfrage gehabt, ob ich Neukunden aufnehmen kann
00:31:51: an einem Stall, wo ich eh vor Ort bin und dann habe ich gesagt ja, aber ich möchte mir das erst
00:31:57: angucken, bevor ich einen acht Wochen Intervall zusage, ob das Pferd wirklich mit dem Wachstum
00:32:02: zurechtkommt, ansonsten ist das wie bei den anderen Pferden auch ein kürzeres Intervall,
00:32:06: da lasse ich mich sonst nicht drauf ein, also die hat sich dann auch nicht mehr bei mir gemeldet
00:32:10: und das ist dann auch in Ordnung, das ist dann einfach nicht meine Kundin und für mich ist
00:32:15: da eben anderer Qualitätsstandorte wichtig und bei denen, wo ich wirklich einen langen Rhythmus
00:32:20: habe, ich mache ja momentan auch nicht viele Pferde, sondern nur ganz wenige, weil ich ja gerade
00:32:24: erst aus der Bibi-Pause komme, aber die, die einen acht Wochen Intervall oder länger haben, das sind
00:32:30: die, die selber zwischendrin bearbeiten können, die bei mir mal einen Kurs gemacht haben und dann
00:32:34: ist das natürlich was ganz anderes, die würden natürlich auch längere Rhythmen bekommen und
00:32:38: das sind aber meistens die, die am gewissenhaftesten sind und mich häufiger rufen, als sie mich
00:32:42: eigentlich noch bräuchten. Ja, das ist auch meine Erfahrung ja absolut. Magst du noch so ein bisschen
00:32:47: Kontext geben, wie laufen die Intensivtage ab, was kommt auf die Interessierten zu,
00:32:53: gibt man noch mal so ein paar Rahmeninformationen dazu? Also jetzt beim letzten Mal, ja waren es
00:33:01: auch so um die 20 Speaker und es wird jetzt dieses Mal auch wieder so sein und das sind Interviews
00:33:07: von 40 bis bis 90 Minuten so ungefähr, also manche sind knapp, manche sind sehr ausführlich,
00:33:14: ja das sind einfach verschiedene Experten rund um die Pferde und Hofgesundheit und manche Leute
00:33:20: sind halt wirklich Hofbearbeiter, manche sind aber auch Tierarzt oder, oder Osteopath oder was auch
00:33:26: immer und wir gucken aber immer so ein bisschen, dass wir den Fokus mit dem Hof irgendwie verknüpfen
00:33:31: und da geht es einfach um ganz viele verschiedene Themen und das läuft so ab, dass wir, also dass
00:33:38: jeden Tag drei Interviews freigeschaltet werden, die dann für 24 Stunden sichtbar sind und dann am
00:33:46: Ende der Intensivtage gibt es nochmal zwei Tage, wo nochmal alle Gespräche freigeschaltet sind und
00:33:52: es gibt zwei Preiskategorien, also es ist eben nicht ganz kostenlos, weil ich einfach denke,
00:33:58: dass man auch das Ganze so ein bisschen ernst zernimmt, wenn man, wenn man ein bisschen einen
00:34:03: kleinen Eintritt dafür gezahlt hat, weil das ist wirklich so das Ziel, dass man sich da wirklich
00:34:09: intensiv einmal damit auseinandersetzt und sich dafür wirklich ein bisschen Zeit nimmt, ja ich
00:34:14: denke es werden wieder elf Euro sein als Ticketpreis, dass man, dass man diese Woche dabei sein kann
00:34:19: und die Interviews dann sehen kann und man kann sich natürlich aber auch das Paket kaufen und
00:34:24: dann alle Interviews einfach dauerhaft zur Verfügung gestellt bekommen und die dann auch
00:34:28: runterladen, wenn man möchte und so weiter, ja das ist einmal so der, so der Ablauf dazu, genau.
00:34:33: Ja super, vielen Dank dir Jutta, dann ja hoffe ich, dass wirklich viele Teilnehmen an deinen
00:34:40: Intensivtagen und sich da das bisschen aneignen, weil ich finde, dass ja leider die Hofgesundheit
00:34:47: immer noch oft hinten rüber fällt, aber es werden zum Glück immer mehr Täterbesitzer*innen,
00:34:51: die sich auch mit dem Thema auseinandersetzen und ja deswegen hoffe ich, dass da auch viele zugucken
00:34:56: und einsteigen vielleicht auch mit dieser Veranstaltung in das Thema Hofgesundheit. Ja,
00:35:02: das habe ich auch und ich freue mich da drauf, das ist immer wieder sehr spannend, letztes Jahr
00:35:06: war es schon super spannend und wird wieder so spannend glaube ich und vielen lieben Dank,
00:35:12: dass ich hier auch in deinem Podcast sprechen durfte und genau, danke schön. Sehr gerne,
00:35:18: einen schönen Tag dir noch. Danke schön, dir auch. Wenn du Lust hast, selbst bei den
00:35:24: Hofmagie Intensivtagen dabei zu sein, dann schau mal in die Show Notes, da findest du nämlich den Link
00:35:29: und kannst dich direkt für 11 Euro bei den Hofmagie Intensivtagen anmelken. Ich freue mich,
00:35:36: wenn du dabei bist und dir auch meinen Beitrag zu den Hofmagie Intensivtagen anschaust.
00:35:42: [Musik]
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