#71: Spannungsfeld Hufbearbeitung
Show notes
🔺** Das Spannungsdreieck der Hufbearbeitung** – warum es so oft zu Konflikten zwischen Pferdebesitzer:innen, Hufprofis und den Pferden selbst kommt.
In dieser Folge spreche ich über ein Thema, das viele kennen – aber kaum jemand anspricht: die Spannungen rund um die Hufbearbeitung. Warum fühlen sich Pferdebesitzer:innen manchmal überfordert oder übergangen? Warum geraten Hufprofis unter Druck? Und was macht das alles mit dem Pferd?
Diese Folge lädt dich ein, die Perspektive zu wechseln – und vielleicht ein Stück mehr Verständnis und Verbindung in dieses wichtige Dreieck zu bringen. 🐴❤️
Instagram @sarah_equibu
Show transcript
00:00:00: Hallo und herzlich willkommen bei Pferd und Mensch im Balance. Dein Podcast zu den Themen
00:00:06: Hofgesundheit, stressfreie Hofbearbeitung und dem Aufbau einer vertrauensvollen Pferd-Mensch-Beziehung.
00:00:12: Ich bin Sarah Soman, Hofplägerin, Pferdeverhalten-Beraterin und Wirtschaftspsychologin und du
00:00:19: bekommst von mir in diesem Podcast jede Woche hilfreiche Tipps und Wissen, um die Hofgesundheit
00:00:25: deines Pferdes zu stärken und eine vertrauensvolle Beziehung zu deinem Pferd auf und auszubauen.
00:00:31: Heute möchte ich dich einladen zu einem kleinen Perspektivwechsel und zwar einem Perspektivwechsel
00:00:43: zwischen den unterschiedlichen Parteien, die an der Hofbearbeitung beteiligt sind. Das sind zum
00:00:50: einen die Pferdebesitzer*innen, zum anderen die Hofprofis und natürlich auch die Pferde, die auch
00:00:55: eine nicht ganz unwesentliche Rolle bei der Hofbearbeitung spielen. In meinem täglichen
00:01:01: Arbeiten als Hofprofi erlebe ich es immer wieder, dass dort auch aufeinander geschimpft wird, dass
00:01:07: Pferdebesitzer*innen auf die Hofprofis schimpfen, Hofprofis auf Pferdebesitzer*innen und ihre Pferde,
00:01:13: die nicht kooperieren, nicht gut erzogen sind und das habe ich zum Anlass genommen, da nochmal eine
00:01:18: Podcastfolge aufzunehmen, um einfach da das gegenseitige Verständnis zu stärken und auch die
00:01:25: Empathie im Umgang miteinander noch mal mehr in den Vordergrund zurück. Weil ich finde, dass wir da
00:01:30: durchaus noch Potenzial nach oben haben und nicht immer alle gegeneinander wettern müssen,
00:01:35: sondern dass gut auch miteinander funktioniert. Wenn ich über dieses Thema in der Vergangenheit
00:01:41: gesprochen habe, dann habe ich schon mal das Bild eines Spannungsdreiecks zwischen den Beteiligten
00:01:47: der Hofbearbeitung aufgemacht. Und zwar ein Dreieck, das du dir vorstellen kannst, vor dein inneres
00:01:53: Auge rufen kannst. An jeder Ecke steht einer dieser drei Parteien, also Hofprofi, Pferdebesitzer*innen
00:01:58: und die jeweiligen Pferde. Und in die jeweiligen Ecken möchte ich dich jetzt einmal mitnehmen,
00:02:03: dass wir über die verschiedenen Perspektiven einmal sprechen, um gegebenenfalls ein bisschen
00:02:09: mehr gegenseitiges Verständnis füreinander zu erzielen. Dann lass uns als erstes mal in die
00:02:15: Ecke der Pferdebesitzer*innen schauen und vielleicht bist du sogar selber als Pferdebesitzer*innen hier
00:02:20: in dem Podcast dabei. Als Pferdebesitzer*innen nimmst du die Hofbearbeitung vielleicht ganz
00:02:26: unterschiedlich war. Vielleicht gehörst du zu den Pferdebesitzer*innen, die total entspannt mit
00:02:31: der Hofbearbeitung sind, weil immer alles gut läuft, dein Pferd superhufe hat und dich das Thema überhaupt
00:02:37: nicht stresst. Vielleicht gehörst du aber auch zu den Pferdebesitzer*innen, die einen totalen Stress
00:02:44: mit diesem Thema haben. Entweder weil das Pferd total füchterliche Hufe hat, die Hufsituation
00:02:50: sich schon seit längerem nicht mehr in Richtung positiv verändert oder auch dein Pferd in der
00:02:56: Vergangenheit schlechte Erfahrungen mit der Hofbearbeitung gemacht hat und deswegen nur
00:03:01: schwer kooperiert und du jedes Mal wieder aufs Neue bangst, darum, dass dein Pferd gut mitmacht.
00:03:08: Vielleicht ist es aber auch irgendwo dazwischen. Also es gibt ja nicht nur schwarz und weiß,
00:03:12: sondern wir haben ganz viele Facetten in diesem Spektrum von du bist total entspannt und fein
00:03:18: mit der Hofbearbeitung bis hin. Das bereitet dir schlaflose Nächte und du hoffst schon Tage
00:03:24: vorher, dass es einfach nur gut geht und schnell über die Bühne läuft. Diese Aspekte, die dir
00:03:29: gegebenenfalls Stress machen, die erzeugen gegebenenfalls auch eine gewisse Spannung während des
00:03:36: Hofbearbeitungstermins, weil du schon selber mit einer Anspannung in diesen Termin hineingehst.
00:03:41: Diese Anspannung sich auf dein Pferd und vielleicht sogar auf den Hofprofi überträgt und das Ganze
00:03:47: dann seinen Lauf nimmt nach Murphy's Law dann nur noch schief laufen kann. Das ist natürlich
00:03:53: möglichst zu vermeiden, aber du wünschst dir manchmal diesen Perspektivwechsel, dass der
00:03:58: Hofprofi da auch ein Stück weit Verständnis für hat, dass dich das Thema stresst und du eben
00:04:05: gerne deine Fragen beantwortet haben möchtest, dir wünscht, dass der Hofprofi auf die Situation
00:04:11: eingeht und ihr gemeinsam einen Weg findet, wie die Hofbearbeitung möglichst entspannt vorgeht.
00:04:17: Und da möchte ich vor allem die Hofprofis, die hier bei diesem Podcast zuhören, einladen,
00:04:23: diese Perspektive mal anzunehmen. Denn es hat ja nicht in der Vergangenheit immer jeder ein
00:04:28: Hofprofi gehabt, der gut auf das Pferd und auch den Menschen eingegangen ist, was nochmal zunehmend
00:04:35: Stress erzeugt und dass man da auch ein Stück weit als Profi Verständnis für aufbringt,
00:04:40: dass Pferdebesitzer*innen da auch eben ihre Erfahrung gemacht haben und die Pferde vielleicht nach
00:04:45: der Bearbeitung sphielig gelaufen sind, schlechte Hufe hatten, die Dysballons immer stärker wurde,
00:04:53: statt besser und auch das mit den Pferden eben nicht gut umgegangen wurde und dass wir da einfach
00:04:59: gut ins Gespräch kommen miteinander und die Bedenken, dass jeweils anderen wahrnehmen, also
00:05:04: jetzt gerade die Einladung an die Hofprofis da sich auch mal in die Lage von Pferdebesitzer*innen
00:05:09: hinein zu fühlen und nachvollziehen zu können, wo diese Sorgen und Ängste vielleicht auch herkommen,
00:05:15: statt sie zu belächeln und so hinzustellen, als wenn Pferdebesitzer*innen da oft einfach
00:05:21: auch übersensibel sind. Vielleicht magst du dich auch als Hofprofi nochmal in deine eigene Situation
00:05:28: hinein fühlen, wie du vielleicht noch die Hofbearbeitung wahrgenommen hast, bevor du selbst
00:05:34: Profi geworden bist und ich würde mal behaupten, dass viele aus der eigenen Situation heraus Profis
00:05:40: geworden sind, gerade im Hofbearbeiterbereich, bei den Schmieden wahrscheinlich eher weniger, aber da
00:05:46: sind ja viele einfach selbst aus der Verzweiflung heraus, weil sie niemanden gefunden haben, der die
00:05:52: Arbeit gut gemacht hat oder der menschlich zu ihnen und ihrem Pferd gepasst hat und wenn du dir das
00:05:57: immer mal wieder vor Augen führst, dann ist es vielleicht auch einfacher, dich in die Perspektive
00:06:01: von Pferdebesitzer*innen hinein zu versetzen, statt schlecht über sie zu reden und dich darüber zu
00:06:08: ärgern, denn gerade diesen Ärger, den nimmst du als Profi dann gegebenenfalls auch zu weiteren
00:06:13: Hofbearbeitungsterminen mit, die ziehen sich dann so durch den Tag und am Ende des Tages hast du dich
00:06:19: vielleicht ja total viel geärgert und du kannst deinen Job gar nicht mehr so mit Freude nachgehen,
00:06:26: wie du das eigentlich gerne möchtest und da möchte ich dich einfach mal einladen, das zu
00:06:31: reflektieren und mal zu hinterfragen, wie du da mit deiner eigenen Haltung arbeiten kannst und
00:06:37: deine eigene Haltung nochmal überprüfen kannst. Natürlich gibt es auch immer wieder die Pferdebesitzer*innen,
00:06:42: die die Notwendigkeit nicht erkennen, ihre Pferde gut auf die Hofbearbeitung vorzubereiten,
00:06:47: denn da muss sich vielen Pferdeprofis einfach auch zustimmen, die Vorbereitung der Hofbearbeitung
00:06:53: liegt in den Händen von Pferdeprofis. Das ist nicht Job eines Hofprofis, wir sind darauf angewiesen,
00:06:59: dass die Pferde wirklich gut stehen können, ihren Job kennen und dann auch wirklich an einem
00:07:05: Schmiedeformpferd zu arbeiten. Das ist tatsächlich auch die Voraussetzung, die gegeben sein muss,
00:07:10: um wirklich unfallfrei und sicher arbeiten zu können und das ist natürlich auch in vielen Fällen
00:07:15: nicht unbedingt immer gegeben, aber diesen Aspekt greifen wir gleich nochmal auf, wenn wir die Perspektive
00:07:20: über das Hofprofis einnehmen. Noch mal zu den Unsicherheiten zurück, die viele Pferdeprofis einfach mitbringen.
00:07:26: Sie haben häufig den Wunsch danach Fragen beantwortet zu bekommen, also wirklich zu erfahren,
00:07:32: wie die Hufe bearbeitet werden, wie die Situation der Hufe ist und auch zu der Art und Weise,
00:07:38: wie dann die Bearbeitung erfolgt. Denn die Pferdeprofis haben ja auch die Verantwortung für ihre Pferde
00:07:44: und sehen ihre Pferde tagtäglich und möchten dann natürlich auch wissen, wie es um die
00:07:49: Hofgesundheit ihrer Pferde steht, was sie selber noch tun können, um die Hofgesundheit zu verbessern
00:07:54: und auch nachvollziehen können, was du als Profi tust, damit die Situation eben erhalten bleibt
00:08:00: oder verbessert wird. Und das ist aus meiner Sicht ein gutes Recht von Pferdeprizer*innen,
00:08:04: denn sie sind eben diejenigen, die die Verantwortung für ihre Pferde tragen und du als Profi siehst,
00:08:10: die Pferde ja mit unter nur alle vier bis sechs Wochen und kannst in der Zwischenzeit dann eben
00:08:15: nicht handeln, wenn da irgendwas im Agen ist und dafür müssen die Pferdeprizer*innen eben
00:08:21: ja gut mit ins Boot geholt werden. Und das ist aus meiner Sicht auch die Zukunft der
00:08:26: Hofbearbeitung, dass wir da viel besser miteinander kommunizieren müssen und viel besser Hand in
00:08:31: Hand arbeiten müssen, um eben auch den Fachkräftemangel ja ein Stück weit entgegen zu wirken und da
00:08:37: die Pferdeprizer*innen eben mehr in die Verantwortung zu nehmen, wenn sie es für sich selber eben auch
00:08:42: noch nicht erkannt haben. Dann lass uns mal in die nächste Ecke des Spannungs 3x schauen,
00:08:48: und zwar in die Ecke der Hofprofis. Als Hofprofi bist du den ganzen Dien-Lang-Tag auf der Straße
00:08:55: unterwegs und arbeitest sehr stark körperlich bei Wind und Wetter und musst mit den unterschiedlichen
00:09:03: Menschen und auch Pferden zurechtkommen. Und da möchte ich jetzt vor allem die Pferdeprizer*innen
00:09:08: mal einladen, diese Perspektive anzunehmen und sich mal dahinein zu versetzen, dass das wirklich
00:09:15: ein super anstrengender Job ist, der ganz schön auf den Körper geht. Wenn du selber schon mal die
00:09:21: Raspel geschwungen hast oder mit dem Hofmesser geschnitten hast an den Hufen deines Pferdes,
00:09:26: dann kannst du das nachvollziehen und weißt wovon ich spreche und dass das wirklich auf die
00:09:30: Knochen geht. Gerade wenn man dann einen langen Tag hat, wo man viel durch die Gegend fährt,
00:09:35: viel Stunden im Auto verbringt und dann so seine acht bis zwölf Pferde bearbeitet wird.
00:09:40: wenn man das in Vollzeit macht, dann geht das schon manchmal gerade bei widerigen Wetterbedingungen
00:09:45: echt an die Substanz.
00:09:47: Und da möchte ich dich mal einladen, gerade dieses Thema Witterung mit zu berücksichtigen
00:09:53: und nachvollziehen zu können, dass das wirklich anstrengend ist, die Pferde dann auch draußen
00:09:58: im Regen bei Kälte bearbeiten zu müssen.
00:10:00: Und da kommt vor allem auch der Wunsch von den Hufprofis her, einen trockenen und sauberen
00:10:07: Arbeitsplatz vorfinden zu wollen.
00:10:09: Und das ist aus meiner Sicht wirklich auch die Basis, um einen guten Job machen zu können,
00:10:14: gut arbeiten zu können.
00:10:15: Dass man da eben nicht noch mit schlechten Wetterverhältnissen windt, der ein ins Gesicht
00:10:21: peitscht und Regen, dass man hinterher überlegen muss, habe ich Wechselklamotten dabei, komme
00:10:25: ich trocken zum nächsten Kunden, bin ich nächste Woche vielleicht krank, weil ich hier im
00:10:29: Regen arbeiten muss.
00:10:30: Das sind alles Sorgen und Ängste, die die Hufprofis eben dann auch beschäftigen.
00:10:36: Denn wenn ein Hufprofi in Vollzeit selbstständig unterwegs ist, dann ist sein Einkommen eben
00:10:41: davon abhängig, dass man auf der Straße unterwegs sein kann.
00:10:45: Und wenn man dann eben diesen Wetterungsbedingungen ausgesetzt ist und krank wird, dann geht
00:10:50: das eben vom Einkommen ab.
00:10:52: Also man kriegt dann nicht wie viele Angestellte seine Lohnvorzahlung weiter oder Krankengeld,
00:10:58: sondern ist dann häufig in vielen Fällen einfach auf sich selbst angewiesen und dass
00:11:03: man eben entsprechende Rücklagen gebildet hat.
00:11:04: Und dann kann man eben auch nachvollziehen, dass da eben ja die Freundlichkeit vielleicht
00:11:10: auch an der einen oder anderen Stelle aufhört, wenn man schon den fünften Stall hinter sich
00:11:13: hat, wo man schon wieder im Regen arbeiten muss.
00:11:15: Der Boden matschig ist, dass man nicht gut stehen kann, nicht sicher stehen kann und
00:11:20: das Werkzeug dann auch tatsächlich verschleißt, wenn die Hüfe matschig sind und man eben nicht
00:11:26: an einem sauberen Huf arbeiten kann.
00:11:28: Also das ist wirklich auch was, was den Hufprofi Geld kostet, weil eben gerade dieser Verschleiß
00:11:34: von Material vom Arbeitswerkzeug dann auch deutlich höher ist.
00:11:38: Und da möchte ich dich einladen, dass du da eben immer mal darüber nachdenkst, bevor
00:11:44: der Hufbearbeitungstermin ansteht, ist der Arbeitsplatz wirklich geeignet für einen
00:11:48: Hufprofi.
00:11:49: Was kannst du noch tun, um es deinem Hufprofi angenehmer zu gestalten, wie zum Beispiel bei
00:11:54: Nassen, Wetter, die Hufseubern, das heißt Abspritzen, aber dann vor allem auch nochmal
00:12:00: abtrocknen, damit man eben hinterher nicht komplett nasse Beine hat, wenn man das Bein
00:12:05: einklemmt oder die Ärmel komplett nass sind, wenn man den Huf in der Hand halten muss.
00:12:10: Das sind so Kleinigkeiten, die man wirklich da als Pferdebesitzer optimieren kann, um
00:12:15: es seinem Hufprofi leichter zu gestalten.
00:12:17: Dann ist das andere Thema eben das Training der Pferde.
00:12:20: Die Pferde müssen auf die Hufbearbeitung vorbereitet werden, damit die Hufprofis sicher
00:12:26: arbeiten können und auch eine gute Arbeit vollziehen können.
00:12:29: Denn wenn du ein Pferd hast, was den Huf nicht heben kann, weil es das nicht gelernt hat,
00:12:34: oder nicht stillstehen kann, den Huf immer wieder wegzieht aus ungehorsam oder weil falsch
00:12:38: trainiert wurde, dann stresst das den Hufprofi enorm auf der einen Seite, weil er im Hinterkopf
00:12:45: hat, dass er seinen Zeitplan einhalten muss und auf der anderen Seite, weil die Arbeitsschritte
00:12:49: einfach nicht flüssig von der Hand gehen können und damit die Qualität nicht so gewährleistet
00:12:55: werden kann, wie bei einem Pferd, das eben ruhig steht.
00:12:58: Natürlich gibt es immer Pferde, die nicht so kooperieren können, wie man sich das wünscht,
00:13:02: weil sie zum Beispiel Erkrankungen des Bewegungsapparates haben, nicht so lange auf drei Beinen stehen
00:13:07: können oder noch sehr jung sind und die Aufmerksamkeitsspanne nicht so da ist.
00:13:12: In diesen Fällen muss man dann eine individuelle Lösung finden, indem man zum Beispiel nicht
00:13:16: das komplette Pferd auf einmal bearbeitet oder rotiert am Pferd, dass man erst mal überall
00:13:21: ausschneidet, dann von vorne anfängt und raspelt.
00:13:24: Also da gibt es viele verschiedene Möglichkeiten, wie man da auch kooperieren kann und ins Gespräch
00:13:28: kommen kann, um den besten Weg für alle beteiligten Menschen, aber auch das Pferd zu finden.
00:13:34: Und dafür ist die Basis eben eine gute Kommunikation, das man drüber spricht und nicht dann nach
00:13:40: dem Termin sich gegenseitig übereinander ärgert und hinter dem Rücken dann darüber redet,
00:13:45: sondern wirklich eine offene Kommunikation und auch eine klare Kommunikation der Wünsche
00:13:52: an das jeweilige Gegenüber ist da die Basis.
00:13:54: Dann lassen wir uns noch die dritte Perspektive aufmachen, und zwar die der Pferde.
00:13:59: Und da bin ich immer wieder erstaunt, wie sowohl Profis als auch Pferdebesitzer*innen
00:14:06: die Perspektive ihrer Pferde häufig vergessen.
00:14:09: Was meine ich damit, dass sie die Perspektive der Pferde vergessen, dass eben nicht unbedingt
00:14:15: immer darauf eingegangen wird, wie Pferde wirklich funktionieren, was das Wesen der
00:14:20: Pferde ist und dass sie eben auch gut auf diesen Termin vorbereitet werden müssen,
00:14:25: denn es ist nicht natürlich, dass wir als Menschen an den Füßen der Pferde rumwerkeln
00:14:31: und davon ihnen erwarten, dass sie das von vornherein können.
00:14:34: Es braucht da ein gewisses Know-how, ein Wissen über die Verhaltensweisen von Pferden, über
00:14:41: die Art, wie Pferde miteinander kommunizieren und natürlich auch der Trainingsaspekt darf
00:14:46: nicht vernachlässigt werden.
00:14:47: Der Trainingsaspekt, das habe ich jetzt schon mehrfach gesagt, liegt aus meiner Perspektive
00:14:51: bei den Pferdebesitzer*innen, was nicht heißt, dass man nicht auch gemeinsam darüber sprechen
00:14:56: kann, wie man dieses Pferd am besten auf die Hufbearbeitung vorbereitet.
00:15:00: Denn gerade Profis haben viele Pferde täglich in der Hand und können da gegebenenfalls
00:15:06: auch Tipps geben, wie man das Thema Training angehen kann bzw. was sie von Pferdebesitzer*innen
00:15:12: Pferden erwarten, was gegeben sein muss, wie sich das Pferd zeigen muss, damit es eben
00:15:18: gut möglich ist, die Hufbe unfallfrei und möglichst zeiteffizient zu bearbeiten.
00:15:24: Also auch hier ist wieder ein wesentlicher Aspekt die Kommunikation darüber, aber aus
00:15:29: meiner Sicht sollten sich gerade Hufprofis auch vermehrt damit beschäftigen, wie das
00:15:34: Pferd eigentlich funktioniert und dass Pferde nicht absichtlich sich irgendwie verhalten,
00:15:39: um uns zu ärgern oder zu schaden und das höre ich tatsächlich noch relativ häufig,
00:15:43: dass der kein Bock auf die Hufbearbeitung hat und sich deswegen absichtlich daneben
00:15:48: benimmt.
00:15:49: Das ist häufig nicht der Fall, sondern es ist eine falsche Konditionierung oder ein
00:15:52: fehlendes Training, das das Pferd einfach gar nicht gelernt hat, was sein Job bei der
00:15:57: Hufbearbeitung ist und ihm diesen Job einfach erst erklären muss.
00:16:01: Und da bin ich aber bei den Hufprofis, das ist nicht Inhalt eines Hufbearbeitungstermins,
00:16:06: außer man vereinbart das, weil ein Hufprofi zum Beispiel auch gleichzeitig Training anbietet,
00:16:11: Verhaltensberatung anbietet, dann ist das was anderes.
00:16:13: Aber ein regulärer Hufbearbeitungstermin muss das nicht beinhalten und da ist wirklich
00:16:20: dann auch der Hufprofi in der Pflicht, diese Grenzen klar zu kommunizieren, seine Regeln
00:16:28: aufzustellen ein Stück weit.
00:16:29: Also es ist wirklich, ja der Hufprofi hat seinen Business, darf seine Regeln aufstellen
00:16:33: und dann muss man da tatsächlich auch nachvollziehen und verstehen können, dass Profis dann auch
00:16:39: gegebenenfalls sagen, ich kann euch nicht mehr bedienen, weil das Pferd nicht kooperiert,
00:16:44: das in meinen Arbeitsablauf nicht hinein passt und das nicht mit meinen Unternehmenswerten
00:16:49: und meiner Unternehmensstruktur vereinbar ist.
00:16:51: Das ist völlig legitim, da müssen dann Pferdbesitzer*innen mit leben oder eben dafür sorgen, dass
00:16:56: die Kriterien die Erwartungen des Hufprofis in der Hinsicht dann erfüllt werden, wenn
00:17:03: sie weiterhin zusammenarbeiten wollen.
00:17:04: Und gleichzeitig darf es an der einen oder anderen Stelle trotzdem auch noch mehr Verständnis
00:17:09: für die Pferde geben, auch von Seiten der Hufprofis, dass da eben Rücksicht darauf genommen
00:17:14: wird, wie kommunizieren Pferde.
00:17:16: Da habe ich es mit einem sensiblen Pferd zu tun, mit einem Pferd, was vielleicht in
00:17:19: der erlernten Hilflosigkeit ist, mit dem man anders umgehen muss.
00:17:22: Und solche Aspekte kommen aus meiner Sicht in der Ausbildung von Hufprofis viel zu kurz,
00:17:28: dass da viel zu wenig darauf eingegangen wird und sie deswegen dann ja auch nicht unbedingt
00:17:34: wissen, wie man das Ganze kommuniziert und was eigentlich die Ursache des Problems ist,
00:17:38: warum die Pferde dann auch nicht kooperieren.
00:17:40: Das darf da an der Stelle auch noch mehr berücksichtigt werden und dann auch darüber gesprochen
00:17:45: werden, bevor man einfach wütend das Handtuch hinschmeißt und gegenseitig aufeinanderschimpft.
00:17:50: Ich hoffe, ich konnte mit dieser Podcastfolge an der einen oder anderen Stelle zum Nachdenken
00:17:56: und zum Einnehmen der jeweils anderen Perspektive einladen.
00:18:00: Was mich jetzt besonders interessieren würde, ist deine Perspektive und deine Wahrnehmung
00:18:06: im Thema Hufbearbeitung.
00:18:08: Wo gerätst du unter Stress entweder aus deiner Perspektive als Pferdebesitzerin oder als
00:18:13: Hufprofi, was begegnet dir da im Alltag, was du innerhalb dieses Spannungsdreiecks der
00:18:20: Hufbearbeitung einordnen würdest?
00:18:23: Da schreibt mir doch gerne mal eine E-Mail oder eine Privatnachricht auf Instagram zu.
00:18:27: Das würde mich total interessieren und gerne, auch wenn du von mir Impulse, Impote zu weiteren
00:18:34: Spannungsfeldern, Spannungsthemen innerhalb der Hufbearbeitung hören möchtest, dann
00:18:38: schreibt mir das auch, dann greif ich das gerne in einer der nächsten Podcastfolgen
00:18:43: auf.
00:18:44: Wenn dir die Podcastfolge gefallen hat, dann lass mir gerne eine 5-Sterne-Bewertung da
00:18:49: und schalte auch in der nächsten Podcastfolge wieder ein und ich freue mich, dich dort wieder
00:18:54: zu sehen.
00:18:55: Bis dahin wünsche ich dir eine gute Zeit mit deiner Fellnase oder auch beim Bearbeiten
00:18:59: von Hufen und wir hören uns.
00:19:03: [Musik]
00:19:10: [Musik]
New comment