#17: Hufbearbeitung beim Jungpferd

Show notes

Aktuell habe ich wieder einige Fohlen und Jungpferde in der Hufbearbeitung und möchte die Gelegenheit nutzen, um meine Tipps für eine gelungene Heranführung an die Hufbearbeitung mit dir teilen.

Wenn du Fragen zur heutigen Folge oder weitere Themenwünsche rund um die Themen Pferdeverhalten, Persönlichkeitsentwicklung oder Pferdehuf hast, schreib mir gerne eine E-Mail an hallo@equibu.de oder über meinen Instagram Account @sarah_equibu.

Weitere Infos zu mir und meiner Arbeit findest du unter www.equibu.de. Hier kannst du dich auch zu meinem Newsletter anmelden.

Show transcript

00:00:05: Sarah Hallo und herzlich willkommen bei Pferd und Mensch in Balance, dein Podcast zu den Themen Pferdeverhalten, Persönlichkeitsentwicklung und dem Aufbau einer vertrauensvollen Pferd Mensch Beziehung. Ich bin Sarah Busch, Wirtschaftspsychologin, Pferdeverhaltensberaterin und Hufpflegerin. Du bekommst von mir in diesem Podcast jede Woche spannendes Wissen, um dein Pferd noch ein bisschen besser zu verstehen.

00:00:36: Sarah Momentan habe ich wieder einige Fohlen und Jährlinge in der Hufbearbeitung neu dazu bekommen, da sich Bestandskunden neue Pferde gekauft haben oder die Stuten von Kundenpferden ihre Fohlen bekommen haben. Und da habe ich gedacht, ist das vielleicht mal ein guter Anlass, um eine Podcast Folge zu dem Thema Hufbearbeitung beim Jungpferd aufzunehmen. Und zwar gibt es da so ein paar Besonderheiten, auf die ich immer besonders achte bei der Hufbearbeitung. Besonders wichtig ist mir da als allererstes, dass ich respektiere und auch im Hinterkopf habe, dass die Aufmerksamkeitsspanne bei einem ganz jungen Pferd noch total kurz ist, dass die gar nicht in der Lage sind, eine komplette Hufbearbeitung durchzuführen oder durchzuhalten. Dementsprechend habe ich auch bei so jungen Pferden nie die Erwartungshaltung, dass wir alle vier Hufe in einem Termin durchführen, sondern ich fokussiere mich immer erstmal auf eine Achse, dass wir zwei Hufe bearbeiten, hochnehmen können und da ein bisschen was dran machen und wirklich auch dann erstmal nur die grobe Bearbeitung bei den ersten ein, zwei Terminen, bis sich das Pferd daran gewöhnt hat, dass es auch mal länger die Hufe hochhalten und dass ich mit meinem Werkzeug da ja auch einen ganz anderen Druck drauf ausübe, als das beim zum Beispiel Hufe auskratzen oder beim reinen Huftraining der Fall ist.

00:02:02: Sarah Und wenn ich da stressfrei und erwartungsfrei dran gehe, kann ich auch nicht mit meiner Erwartung enttäuscht werden. Und das ist immer eine ganz gute Sache, um da wirklich auch entspannt mit umgehen zu können und sich selber auch nicht so unter Druck zu setzen. Ich erlebe das ganz häufig, dass die Pferdebesitzer gerade von Jungpferden vor den ersten Terminen wahnsinnig nervös sind, weil sie Angst haben, dass sie nicht genug geübt haben, dass sich das Fohlen daneben benimmt und gleich eine schlechte Erfahrung mit der Hufbearbeitung macht. Meine Erfahrung ist, wenn man da wirklich mit Ruhe dran geht und wirklich nicht zu viel will, keinen Druck aufbaut, sondern guckt, was einem das Jungpferd anbietet und damit arbeitet, dann kommt man recht schnell zum Erfolg und die Pferde merken, dass man keine bösen Absichten hat und von sich da auch dann mehr Mühe zu geben. Es gibt natürlich auch immer so ein paar junge Wilde, die mit dem Kopf durch die Wand gehen und versuchen sich dann draufzulegen oder die Flucht zu ergreifen.

00:03:02: Sarah Wir haben es hier natürlich mit einem Fluchttier zu tun und da muss man dann gucken, inwieweit man da Grenzen setzt und schon mal auch ein bisschen ins Training einsteigt, aber das auch immer vorsichtig und mit Bedacht und ohne das Pferd in der Situation zu überfordern. Die beste Ausgangssituation ist natürlich, wenn das Jungpferd schon von Fohlen an gehändelt wird und sich dementsprechend spielerisch ans Hufe geben und auch Stehen auf drei Beinen gewöhnen kann. Das ist aber nicht immer gegeben, weil Pferde ja auch teilweise in Jungpferdeherden aufwachsen, die relativ wild leben und dann erst zum Beispiel als Jährlinge oder sogar später zu den Besitzern kommen und da dann erst wirklich trainiert und gehändelt werden. Und je früher man da natürlich mit dem Training anfängt, desto schneller gewöhnen sich die Tiere daran. Ich kann da aus Erfahrung sprechen.

00:03:57: Sarah Ich selbst hab momentan ja auch einen Jährling bei mir in der Herde oder zwei Jährlinge sind es eigentlich, die bei mir in der Herde stehen und eine davon ist bei mir auf die Welt gekommen. Ich habe im vorletzten Jahr eine tragende Stute gekauft, wissentlich und die Kleine ist bei mir auf die Welt gekommen und ich habe mit ihr direkt am zweiten Tag angefangen das Hufe geben zu üben und die ist wirklich super entspannt. Wenn die am Heumümmeln ist, dann kann ich jederzeit die Hufe nehmen oder auch wenn sie aufgehalftert ist, ist das Hufe geben und auch bearbeiten kein Problem. Ist natürlich auch immer so ein bisschen abhängig vom Wachstum. Gerade die Jungpferde wachsen ja schon mal durch ungleichmäßig, dass die Hinterhand teilweise höher steht als die Vorhand oder umgekehrt.

00:04:42: Sarah Und dann ist das natürlich auch ein Balancethema, auf das man rücksicht nehmen muss und wo man dann nicht dem Pferd Unrecht tun darf, indem man das Widersetzen in so einer Situation maßregelt, wenn das Pferd wirklich nicht stehen kann. Da muss man immer sehr vorsichtig und mit Bedacht dran gehen und die Situation wirklich individuell beleuchten und bewerten, damit man da entsprechend korrekt auch auf das Verhalten des Pferdes reagiert. Darüber hinaus gilt für mich bei der Hufbearbeitung bei Jungpferden die Weniger ist mehr Ich bearbeite lieber nur zwei Hufe und das richtig gut und entspannt, statt zu viel zu wollen und alle vier zu bearbeiten. Und mir ist es bei Jungpferden auch lieber, wenn kürzere Intervalle gewählt werden, sodass man auch entspannt wirklich nur zwei Hufe machen kann und dann nicht so in den Druck kommt, dass die Hufe möglicherweise zu lang sind, weil die Pferde nur auf weichen Böden stehen zum Beispiel. Wenn man da entsprechend das Intervall drauf anpasst und da sich spielerisch ein bisschen dran tastet, dann hat man mit Sicherheit hinterher ein Pferd, was sehr zuverlässig in der Hufbearbeitung ist und da auch zu späterer Zeit gar keinen Stress mit hat.

00:05:55: Sarah Und das muss man wahrscheinlich auch gar nicht über einen extrem langen Zeitraum machen bei den meisten Pferden. Aus meiner Erfahrung heraus reichen da die ersten drei, vier Termine, dass die Pferde sich da wirklich gut dran gewöhnen und entspannt mitmachen, wenn sie eben merken, dass da kein übermäßiger Druck aufgebaut wird und dass man da wirklich am Anfang auf die Bedürfnisse des Pferdes auch entsprechend eingeht. Wichtig ist da wirklich einfach die Kooperation zwischen Hufpfleger und Pferdebesitzer, dass man sich da abstimmt, dass der Pferdebesitzer auch gewillt ist, zwischen den Intervallen zu üben. Also wenn du ein Jungpferd hast, ist das hier das Plädoyer an dich, dass ich dich dazu ermutige, möglichst oft das Pferd anzufassen und die Hufe dir geben zu lassen, damit da einfach Routine reinkommt, die Hufe auch mal ruhig einen Moment länger hochhalten und mal Druck auf die Sohle ausüben und und dem Hufauskratzer mal ein bisschen länger auszukratzen, damit sich das Pferd einfach an diese Handgriffe und Bewegungen gewöhnen kann und mit diesen Handgriffen dann auch keinen Stress verbindet und ganz entspannt da herangeführt wird. Selbstverständlich sollte dabei sein, dass das Training gewaltfrei abläuft, damit entsprechend Vertrauen aufgebaut und gestärkt werden kann und dass die Pferde da wirklich auf eine pferdefreundliche Art und Weise herangeführt werden.

00:07:22: Sarah Aber ich denke mal, wenn du hier bei meinem Podcast dabei bist und zuhörst, dann ist das für dich auch eine Selbstverständlichkeit, dass eben Training immer pferdefreundlich und gewaltfrei abläuft und da nicht mit Druck oder komischen Maßnahmen gearbeitet wird, die eben nicht pferdefreundlich sind und die Grenzen des Pferdes dann auch überschreiten. Ich bin gespannt zu hören, ob du auch ein Jungpferd gerade bei dir hast, was du in der Hufbearbeitung trainiert hast oder gerade dabei bist, das zu trainieren. Mich würde brennend interessieren, wie du dabei vorgehst, was deine Herausforderungen sind, wo du noch haderst und was bei dir richtig gut geklappt hat. Schreib mir doch gerne auf Instagram eine Nachricht oder schreib mir eine E Mail mit deinen Erfahrungswerten aus dem Huftraining mit Jungpferden. Und wenn du weitere Themen, Wünsche und Fragen für meinen Podcast hast, dann schreib mir auch sehr gerne.

00:08:21: Sarah Ich gehe gerne auch auf individuelle Themenwünsche ein, freue mich dann, wenn wir uns in der nächsten Podcast Folge wiederhören. Bis dahin wünsche ich dir eine tolle Zeit mit deinem Pferd und bis bald.

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