#13: Konflikte im Stallalltag

Show notes

Oft belasten Konflikte im Stallalltag oder mit Dienstleistern unseren Alltag und das Zusammensein mit unseren Pferden. In dieser Folge habe ich drei Tipps für dich, wie du Konflikten im Stallalltag besser begegnen kannst bzw. verhinderst, dass sie zu Problemen werden. Wenn du Fragen zur heutigen Folge oder weitere Themenwünsche rund um die Themen Pferdeverhalten, Persönlichkeitsentwicklung oder Pferdehuf hast, schreib mir gerne eine E-Mail an hallo@equibu.de oder über meinen Instagram Account @sarah_equibu.

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Show transcript

00:00:05: Sarah Hallo und herzlich willkommen bei Pferd und Mensch in Balance, dein Podcast zu den Themen Pferdeverhalten, Persönlichkeitsentwicklung und dem Aufbau einer vertrauensvollen Pferd Mensch Beziehung. Ich bin Sarah Busch, Wirtschaftspsychologin, Pferdeverhaltensberaterin und Hufpflegerin. Du bekommst von mir in diesem Podcast jede Woche spannendes Wissen, um dein Pferd noch ein bisschen besser zu verstehen.

00:00:36: Sarah Heute möchte ich mit euch in dieser Podcast Folge über das Thema Konflikte im Stallalltag sprechen. Ein Thema, was mir in der Praxis immer mal wieder begegnet, wenn ich zum Beispiel an Ställe komme und da gerade Konfliktsituationen ausgetragen werden oder Pferdebesitzer mir aufgebracht von einer gerade ausgetragenen Konfliktsituation berichten. Und auf der anderen Seite erlebe ich es auch immer mal wieder, dass ich selber mich in Konflikten mit Pferdebesitzern wiederfinde, weil zum Beispiel meine Arbeit hinterfragt wird oder ich konfrontiert werde mit zum Beispiel Vorwürfen, dass irgendwer anders, zum Beispiel ein Tierarzt oder ein Physiotherapeut gesagt hat, dass die Hufe nicht vernünftig bearbeitet werden oder nicht in eine Form gepresst werden. Das sind dann so Situationen, in denen ich mich dann auch damit auseinandersetzen muss, wie gehe ich in dieser Konfliktsituation damit um und wie kriege ich es auch hin, auf einer sachlichen Ebene zu bleiben. Vielleicht starten wir da einmal ganz kurz mit einer Was ist eigentlich ein Konflikt?

00:01:44: Sarah Und zwar ist ein Konflikt ein Aufeinanderprallen von unterschiedlichen Sichtweisen, Auffassungen, Interessen, die zu einer schwierigen Situation führen können und sogar zu einem Zerwürfnis. Was da meistens der Auslöser für ist, dass Konflikte so sich hochschaukeln, ist der emotionale Aspekt, dass wir Gefühle und persönliche Befindlichkeiten mit in diesen Konflikt hineinbringen und es in der Regel nicht schaffen, den Konflikt auf einer rein sachlichen Ebene auszudiskutieren. Wir kennen das von uns selber alle, wenn es um unsere Tiere und unser liebstes Familienmitglied geht, dann kennen wir in der Regel kein Pendant. Ich kenne das von mir selber auch, dass ich, wenn es um meine Tiere geht, deutlich emotionsgeladener bin als bei anderen Themen, die mich nicht so sehr emotional berühren. Und das ist auch oft der Auslöser dafür, dass sich Konflikte so stark hochschaukeln und es tatsächlich dann auch häufig zum zerwürfnis kommt.

00:02:45: Sarah Im Stallalltag äußert sich das dann oft dadurch, dass Stallwechsel vollzogen werden oder in meinem Fall, dass teilweise sogar Dienstleisterhopping betrieben wird oder Dienstleister schnell gewechselt werden, anstatt sich mit dem Konflikt tatsächlich auseinanderzusetzen und mal zu versuchen, in eine sachliche Diskussion zu gehen. Da kann es vielleicht helfen, wenn man sich so ein bisschen mit dem Thema Konflikte auseinandersetzt. Wie kommt es überhaupt zu Konflikten? Wie kann man Konflikte auch sachlich lösen, ohne zu emotionsgeladen zu sein, um mehr Frieden in den Stallalltag zu bringen und auch besser mit seinen Dienstleistern am Pferd zusammenarbeiten zu können? Und für die Dienstleister natürlich auch, wie sie besser auf ihre K eingehen können, Konflikte abfangen können, um da auch mehr Zufriedenheit für die Kunden reinzubringen.

00:03:38: Sarah Und dafür habe ich dir heute drei Tipps mitgebracht, wie man in Konflikten gut damit umgehen kann bzw. Verhindern kann, dass überhaupt Konflikte entstehen und so sich hochschaukeln, dass daraus wirklich ein Problem wird, dass man ein Zerwürfnis quasi gar nicht mehr verhindern kann. Und der erste Tipp, den ich dir mitgebracht habe, ich Botschaften zu senden, statt in den Vorwurf und in die Anklage zu gehen. Und zwar ist es immer schöner, aus der Perspektive oder aus der eigenen Perspektive zu berichten, wenn ein Problem aufgetreten ist, dass ich zum Beispiel sage, mir ist aufgefallen, dass die Hufe meines Pferdes seit der letzten Bearbeitung anders aussehen als die Male davor. Statt zu sagen, du hast die Hufe meines Pferdes nicht richtig bearbeitet.

00:04:27: Sarah Und das ist sogar meiner Osteopathin und dem Tierarzt aufgefallen, dass man immer aus der eigenen Situation heraus das anspricht und dann vielleicht eher sogar in die Frage was hast du dir denn dabei gedacht? Kannst du mir mal bitte erklären, warum die Hufe dieses Mal anders aussehen und was der Hintergrund des Ganzen ist. Genau das Gleiche im Stallalltag. Statt zum Beispiel zu Du hast deine Sachen hier überall rumliegen lassen. Eher ich würde mir wünschen, wenn du deine Sachen vernünftig wegräumen würdest oder mit meinen Sachen ordentlich umgehen würdest, weil mich das sonst stört, wenn deine Sachen vor meiner Box rumliegen.

00:05:05: Sarah Das sind so ganz einfache Beispiele, wie man einfach aus der eigenen Perspektive heraus seinen Wunsch äußern kann, statt dem anderen direkt mit einer anklagenden Konfrontation zu kommen. Der Hintergrund, warum wir das machen sollten, ist auch ganz einfach. Wenn wir direkt in die Konfrontation, in den Vorwurf gehen, ist es zu werten wie ein Angriff. Und dann kann unser Gegenüber gar nicht anders, als in den Gegenangriff zu gehen, um sich zu verteidigen und oder eine andere Strategie zu wählen, zum Beispiel in den Rückzug zu gehen, sich aus der Situation herauszuziehen, um sich selber zu schützen. Denn wenn wir in einen Vorwurf gebracht werden, dann ist für uns ganz oft die Erwartungshaltung, dass wir uns rechtfertigen und erklären müssen.

00:05:50: Sarah Und das ist für uns ein sehr unangenehmes Gefühl. Das mögen wir Menschen nicht so gerne und dementsprechend reagieren wir dann eher mit einem Gegenangriff. Der Gegenangriff wird dann wieder von demjenigen, der eigentlich einen Wunsch äußern wollte für eine Verbesserung, wieder als Angriff wahrgenommen. Und so potenziert sich das dann und schaukelt sich immer weiter hoch. Probier das doch bei dem nächsten Konflikt, der bei dir ansteht, einfach mal aus, dass du dir vorher überlegst, welche Botschaft möchtest du senden, was ist dein Wunsch für eine Veränderung und das mal wirklich ausformulierst und versuchst deinem Gegenüber mitzuteilen und beobachte mal, was sich dadurch verändert, welche Perspektive das verändert und wie die Reaktion deines Gegenübers dann vielleicht ausfällt, was da auch anders ist als in anderen Situationen, die du schon erlebt hast.

00:06:45: Sarah Den zweiten Tipp, den ich dir mitgebracht habe, ist der Ruhe bewahren. Oft handeln wir in Konfliktsituationen sehr emotional, sehr aufgebracht und vielleicht impulsiver, als uns das eigentlich liegt. Und da ist die Strategie wirklich einmal erstmal tief durchzuatmen, vielleicht die Situation für sich selber erstmal zu reflektieren, statt direkt in die Konfrontation zu gehen. In Situationen, die besonders emotionsgeladen sind für uns vielleicht auch erstmal den Abstand zu gewinnen, mal eine Nacht drüber zu schlafen und dann sich zu einem Gesprächstermin verabreden. Schon mal mitteilen, worum es in dem Gespräch gehen soll, dass auch das Gegenüber die Möglichkeit hat, sich darauf vorzubereiten.

00:07:30: Sarah Es gibt nämlich auch unterschiedliche Konflikttypen und die einen können sehr impulsiv aus der Situation heraus auf einen Konflikt reagieren und anderen ist es lieber, wenn sie sich erstmal vorbereiten können, wissen, worum geht es in einem Konfliktgespräch, damit sie sich die Worte auch zurechtlegen können. Oder sich ihre Erklärung im Vorfeld zumindest so ein bisschen reflektieren zu können. Das ist ein Aspekt, der eine Fairness in einem Konflikt herstellen kann und vor allem auch ein bisschen mehr Augenhöhe schafft in einer Konfliktsituation. Und gleiches gilt auch für denjenigen, der mit einem Vorwurf konfrontiert wird. Auch da können wir mit erstmal durchatmen und Ruhe bewahren reagieren und wir können das sogar verbalisieren, indem wir oh, da muss ich jetzt erstmal drüber nachdenken, das überrascht mich aber und lass uns doch mal morgen noch mal in Ruhe darüber sprechen.

00:08:27: Sarah Dann kann ich mir Gedanken dazu machen, mich vorbereiten und wir können diese Situation aus der Welt schaffen und klären. Das dürfen wir uns rausnehmen. Wir müssen nicht sofort mit einer Reaktion, einem Gegenvorwurf oder auch einer Rechtfertigung reagieren. Wir haben jederzeit die Möglichkeit, uns dieses Recht rauszunehmen, da auch wirklich einmal in den Rückzug zu gehen und uns Gedanken über den Konflikt zu machen, um dann noch mal, wie gesagt, mit weniger Emotionen und mit ein bisschen Abstand in die Situation reinzugehen und sie dann zu klären und eine gemeinsame Lösung zu erarbeiten. Und der dritte Tipp, den ich dir heute mitgebracht habe, ist der Tipp, eine offene und transparente Kommunikation zu pflegen.

00:09:14: Sarah Oft kriege ich das mit, dass so unterschwellig Andeutungen gemacht werden und immer mal wieder so angepiekst wird, derjenige aber vielleicht gar nicht weiß, was gemeint ist und gar nicht so richtig die Möglichkeit bekommt, etwas zu verändern, weil nicht offen angesprochen wird, was die Problematik eigentlich ist. Und da ist mein Tipp, dass du wirklich, wenn dir was auffällt, du mit irgendwas nicht zufrieden bist oder dir irgendwas aufgefallen ist, was anders laufen sollte, das wirklich offen thematisierst, um dann auch demjenigen, der vielleicht sich nicht korrekt verhält oder dem vorgeworfen wird, sich nicht korrekt zu verhalten oder der ein Verhalten an den Tag legt, was in der Stallgemeinschaft nicht gewünscht ist, einem Dienstleister, der nicht so arbeitet, wie du dir das vorstellst, dass du dem einfach die Möglichkeit gibst, etwas zu verändern, dir zu erklären, warum er oder sie sich so verhält, wie es eben vorgefallen ist, damit ihr möglichst wieder auf einen Konsens kommt und sich die Situation nicht mehr und mehr aufschaukelt und dann hinterher wirklich zu einer deutlich problematischen Situation wird. Denn wenn sowas unterschwellig immer wieder im Raum steht, dann wird es wahrscheinlich hinterher einen größeren Knall geben, als vielleicht notwendig ist. Denn so gibt es eben keine Möglichkeit, dass derjenige oder diejenige etwas an ihrem Verhalten ändern kann, sich verbessern kann.

00:10:40: Sarah Und wahrscheinlich, wenn du in der Situation stecken würdest, würdest du dich auch freuen, wenn man dir sowas offen kommunizieren würde.

00:10:49: Sarah Das wäre da an der Stelle meine Empfehlung, das mal zu reflektieren. Was stört dich eigentlich? Warum sprichst du es nicht an? Möchtest du die Person vielleicht nicht verletzen oder stecken da andere Gründe hinter, dass du dich nicht traust? Dann gibt es dafür mit Sicherheit auch Möglichkeiten, das zu überbrücken, indem man einfach erstmal ein offenes Gespräch sucht, sich verabredet und vielleicht sich auch Unterstützung holt von anderen Stallkollegen, die dabei helfen, das Thema anzusprechen oder vielleicht sogar als Vermittler oder Streitschlichter agieren können, um da einfach so ein bisschen mehr Ruhe wieder reinzubringen und zu verhindern, dass das Ganze über Wochen, Monate oder sogar Jahre unterschwellig immer wieder Thema bei euch in der Beziehung und Kommunikation wird.

00:11:34: Sarah Ich bin gespannt, wie du diese drei Tipps in deinem Stallalltag umsetzen kannst und würde mich total freuen, wenn du mir dazu einmal Feedback geben würdest, ob du das für den Alltag brauchen kannst, ob solche Tipps hilfreich für dich und deine Stallgemeinschaft sind. Schreib mir doch gerne auch mal eine E Mail, wie es bei euch im Stall so aussieht, ob ihr eine gute Stallgemeinschaft habt, wie ihr mit Konflikten umgeht, welche anderen Themen dich im Stallalltag so beschäftigen. Dann beleuchte ich die gerne für dich auch hier in dem Podcast und gebe dir gerne weitere Tipps für den Umgang und friedvolle Miteinander im Stallalltag, damit ihr da noch mehr die Zeit mit euren Pferden genießen könnt. Ich verlinke dir wie immer auch meine E Mail Adresse, meinen Instagram Account nochmal unten in den Shownotes, damit du mir deine Wünsche, Feedback und was du mir noch gerne mitteilen möchtest, einmal zukommen lassen kannst. Freue mich über jede Nachricht, die ihr mir schickt und natürlich auch wie immer über eine 5 Sterne Bewertung für diesen Podcast.

00:12:37: Sarah Dann wünsche ich dir noch einen schönen sonnigen Tag. Ich hoffe, dass du die heißen Tage gut mit deiner Fellnase überstehst und rum bekommst und ihr trotzdem eine schöne gemeinsame Zeit miteinander verbringen könnt. Und wir hören uns in der nächsten Podcast Folge wieder. Bis dahin.

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