#10: Eigenverantwortung in der Hufbearbeitung
Show notes
In dieser Folge erzähle ich dir, wieso Pferdebesitzer beim Thema Hufbearbeitung mehr in die Eigenverantwortung kommen sollten. Ich habe dir fünf Gründe dafür mitgebracht, wieso Eigenverantwortung wichtig und gut ist.
Wenn du Fragen zur heutigen Folge oder weitere Themenwünsche rund um die Themen Pferdeverhalten, Persönlichkeitsentwicklung oder Pferdehuf hast, schreib mir gerne eine E-Mail an hallo@equibu.de oder über meinen Instagram Account @sarah_equibu.
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Show transcript
00:00:05: Sarah Hallo und herzlich willkommen bei Pferd und Mensch in Balance, dein Podcast zu den Themen Pferdeverhalten, Persönlichkeitsentwicklung und dem Aufbau einer vertrauensvollen Pferd Mensch Beziehung. Ich bin Sarah Busch, Wirtschaftspsychologin, Pferdeverhaltensberaterin und Hufpflegerin. Du bekommst von mir in diesem Podcast jede Woche spannendes Wissen, um dein Pferd noch ein bisschen besser zu verstehen.
00:00:37: Sarah Heute möchte ich mit euch in der Podcast Folge über das Thema Eigenverantwortung in der Hufbearbeitung sprechen. In meinem Kundenstamm habe ich inzwischen einige Kundinnen, die zwischen den Intervallen, wo ich da bin, die Hufe ihrer Pferde selbst beiraspeln oder auch mal schneiden und zumindest sich auch viel Wissen zum Thema Huf angeeignet haben und so die Hufe ihrer Pferde wirklich selbstständig beurteilen können, ganz anders ins Gespräch gehen können. Und da möchte ich heute mit euch einmal die Vor und Nachteile beleuchten und euch ein paar Gründe mitgeben, warum ihr euch unbedingt mehr mit dem Thema Huf beschäftigen solltet als Pferdebesitzer. Ja, den ersten Grund habe ich gerade quasi schon angerissen, das ist das Beurteilen der Hufqualität, der Hufform und der Funktionalität, die besonders wichtig ist im alltäglichen Geschehen. Ich als Hufpflegerin sehe die Pferde in der Regel alle vier bis sechs Wochen und kann dann immer nur den Ist Zustand zu der jeweiligen Situation beurteilen.
00:01:39: Sarah Und ich sehe das Pferd auch meistens nur auf der Stallgasse oder auf ebenen Böden, wenn sie mir vorgeführt werden, damit ich die Fußball beurteilen kann. Aber ich erlebe das Pferd nicht im Alltag, zum Beispiel auf Ausritten, auf steinigen Untergründen, auf unwegsamem Gelände, so dass ich gar nicht beurteilen kann, wie läuft das Pferd da, ist die Funktionalität gegeben, gibt es Probleme. Ich kann den Huf zwar dann hinterher lesen, wenn ich ihn bearbeite, sehe zum Beispiel Einblutungen, die vielleicht entstanden sind aufgrund von zu viel Druck, zu starken Hebeln, die am Huf vorhanden sind. Es kann ja auch immer mal sein, dass das Pferd zum Beispiel barhuf auf sehr unwegsamem Gelände geritten wird und dadurch eine Überbelastung besteht. Und dafür ist es besonders wichtig, dass der Pferdebesitzer, also du, dir Wissen aneignest zum Thema Huf, damit du Veränderungen möglichst schnell erkennen kannst und dann auch mit deinem Hufpfleger, deiner Hufpflegerin oder auch dem Schmied ins Gespräch kommen kannst.
00:02:40: Sarah Und da wären wir dann auch schon beim zweiten Punkt, dem Gespräch auf Augenhöhe mit deinem Hufpfleger, deiner Hufpflegerin oder dem Schmied, der Schmiedin, damit da wirklich ein Gespräch stattfinden kann, das dir weiterhilft, damit deine Fragen beantwortet werden können. Und da ist es durchaus hilfreich, wenn man schon mal so ein bisschen Grundwissen hat, das Vokabular der Hufe kennt, um sich da wirklich vor vernünftig unterhalten zu können und auch teilweise ernst genommen zu werden. Mir ist es damals, als ich selber noch keine Hufpflegerin war, mit dem Hufschmied im Kontakt war, häufig vorgekommen, dass ich Fragen gestellt habe und das Gefühl hatte, dass ich gar nicht so richtig ernst genommen wurde und es immer so ein bisschen abgetan wurde nach dem Motto, die weiß eh nicht Bescheid, weiß eh nicht, wovon ich rede und dann brauche ich es auch gar nicht erklären und immer so ein bisschen davon ausgegangen wurde, dass ich das einfach hinnehmen soll, wie es ist und hatte auch teilweise das Gefühl, dass gar keine, gar kein Interesse da war, mir Dinge zu erklären. Und das war für mich die Motivation, mich selber mit dem Thema Huf Hufbearbeitung auseinanderzusetzen. Konkret war es bei mir immer das Thema Bearbeitungsintervall, wo ich ganz oft schon das Gefühl hatte, als ich selber noch nicht an meinen Pferden gearbeitet habe, dass das Intervall viel zu lang ist und das Pferd dann in den letzten zwei Wochen auch überhaupt nicht mehr vernünftig läuft.
00:03:59: Sarah Und das wurde nie so richtig ernst genommen und nicht darauf reagiert und immer abgetan als ach, das passt schon. Und wenn ihr solche Themen genau habt oder auch Gangbildveränderungen, die vielleicht auf den Huf zurückzuführen sind, Fühligkeiten oder andere Themen, die den Huf betreffen können, aber auch andere Punkte im Pferd, im Bewegungsapparat beeinträchtigen können oder daher kommen können, kann es durchaus hilfreich sein, wenn man sich mit der Materie so ein bisschen auseinandergesetzt hat, selber beurteilen kann, aber auch gut ins Gespräch kommen kann. Als ich selbst dann nämlich ein bisschen mehr Wissen zum Thema Huf hatte, konnte ich meine Fragen ganz anders formulieren und stellen ganz anders auf die Antwort eingehen, die mir der Hufschmied gegeben hat. Und damit hatte ich das Gefühl, dass ich auch viel besser ernst genommen werde und auf einmal ein Interesse da war, sich mit mir über das Thema zu unterhalten. Und das ist ein ganz spannendes Phänomen und kann ich euch nur raten, da wirklich mal mit eurem Hufschmiedhufpfleger ins Gespräch zu gehen und mal zu fragen, wo ihr vielleicht auch Wissen herbekommt.
00:05:00: Sarah Es gibt natürlich inzwischen viele Kurse, die man auch besuchen kann. Ich selbst biete auch sowohl Hufbearbeitungskurse an Tothufen oder lebenden Pferden an, aber biete auch Beratungen an, wo man sich so ein bisschen Wissen aneignen kann, wo man ins Einzelcoaching mit mir gehen kann und seine konkreten Fragen loswerden kann. Der dritte Punkt, warum du dich auf jeden Fall mit dem Thema Hufbearbeitung, Hufwissen auseinandersetzen solltest, ist, dass du ein bisschen unabhängiger wirst von deinem Hufpfleger, deiner Hufpflegerin, dem Schmied, der Schmiedin. Und gerade wenn es mal zum Beispiel zu einem Krankheitsausfall kommt, selber die Zeit, bis dein Schmied, deine Schmiedin, dein Hufleger, deine Hufpflegerin wieder einsatzfähig ist, gut überbrücken kannst, ohne dass die Situation kritisch wird, die Hufe sehr zu lang werden oder da das Ganze aus dem Ruder gerät. Und es gibt ja auch viele Regionen in Deutschland, in denen Hufpfleger und Schmiede deutliche Mangelware sind und dementsprechend man sich auch mal schwer tut, wenn einer ausfällt, irgendwo anders unterzukommen und dann seid ihr nicht hilflos und aufgeschmissen, sondern du kannst dann wirklich an deinem Pferd selbst Hand anlegen und entsprechend zwischenbearbeiten, solange bis du jemanden gefunden hast.
00:06:14: Sarah Oder du kannst dir jemanden suchen, wenn du dir vorstellen kannst, das auch dauerhaft selber zu machen, der einfach nur alle paar Monate mal vorbeikommt und deine Arbeit kontrolliert. Das ist natürlich auch eine super Sache, gerade in Regionen, wo du dir schwer tust, wirklich einen Hufpfleger, eine Hufpflegerin oder einen guten Schmied, eine gute Schmiedin zu finden. Der vierte Punkt, warum du auf jeden Fall dich mit dem Thema Hufbearbeitung auseinandersetzen solltest und es auch mal selber in der Praxis ausprobieren solltest, ist ein Grund, der eher uns Hufpflegern und Hufschmieden hilft. Denn es ist ganz schön, wenn du mal ein Gefühl für dein eigenes Pferd bei der Hufbearbeitung bekommst. Gerade bei Pferden, die eher schwierig sind.
00:06:55: Sarah Nicht aus dem Grund, weil sie vielleicht mal Schlechtes erlebt haben, sondern eher aus dem Trainingsaspekt. Es gibt viele Pferde, die das nicht richtig gelernt haben, die Hufe zu geben, die sehr anstrengend sind bei der Hufbearbeitung. Und da ist es ganz nett, wenn du als Pferdebesitzer mal ein Gefühl dafür bekommst, wie das ist, so ein Pferd in der Hand zu haben und bearbeiten zu müssen. Denn dann wirst du merken, dass das sehr, sehr anstrengend ist, wenn du so ein Pferd hast. Und das ist durchaus ganz nett, das mal mitgekriegt zu haben, um wirklich auch die Notwendigkeit von Training und Übungen einfach zu erkennen.
00:07:29: Sarah Natürlich gibt es immer Pferde, die was Schlechtes erlebt haben, wo man mit einem gemeinsamen Training ansetzen muss, aber es gibt, wie gesagt, auch immer die Fälle, wo das Training einfach vernachlässigt wurde, die Notwendigkeit nicht gesehen wird. In diesen Fällen ist es ganz gut, wenn die Besitzer selber mal gespürt haben, wie das ist, ein solches Pferd zu bearbeiten. Der fünfte Grund, warum du dich mit dem Thema Hufbearbeitung auseinandersetzen solltest, ist auch wieder aus Perspektive von uns Hufbeeren oder den Schmieden, und zwar der Aspekt Gespräch auf Augenhöhe, aber aus der anderen Sichtweise. Denn auch für uns Hufpfleger ist es besonders hilfreich, wenn wir mit Pferdebesitzern sprechen können, die ein bisschen im Thema sind und sich schon mal mit der Materie auseinandergesetzt haben. Denn dann können Tipps und Tricks, die wir mitgeben, ganz anders umgesetzt werden.
00:08:21: Sarah Und wir können konkrete Anweisungen geben, wie du zwischen den Intervallen bei der Bearbeitung, gerade bei Korrekturhufen mithelfen kannst, um eben zu einem schnelleren Erfolg zu kommen. Und da gehören dann auch nicht nur unbedingt die Bearbeitung dazu, sondern auch sowas wie Ernährungstipps oder auch Haltungsbedingungen, die da mit reinspielen können, die einen positiven Effekt auf die Hufe haben können. Und solche Tipps lassen sich einfach viel, viel besser umsetzen, wenn du dich mit der Thematik schon einmal auseinandergesetzt hast, weißt, warum diese Tipps so wichtig sind und dann auch natürlich, wie du sie umsetzen kannst. Das waren mal fünf Gründe, warum du dich mit dem Thema Hufbearbeitung und Aufbaufunktionalität des Hufes auseinandersetzen solltest. Ich bin mir sicher, es wird noch viele weitere Gründe geben, die dafür sprechen, dass du dich mit dem Thema intensiv auseinandersetzt.
00:09:14: Sarah Ich denke, diese Gründe sollten aber ausreichen, als Motivation, in das Thema einfach mal ein bisschen tiefer einzutauchen. Die gibt es auch Nachteile und Gründe, die dagegen sprechen, sich mit diesem Thema intensiv auseinanderzusetzen. Natürlich ist es viel Wissen und viel Zeit, die man auch investieren muss, um sich mit neuen Themen auseinanderzusetzen. Ich finde es aber besonders wichtig, da auch wirklich für sein Pferd in die Eigenverantwortung zu gehen und die Verantwortung zu übernehmen, zu tragen, um das bestmögliche Ergebnis für das Pferd zu erzielen und das Pferd möglichst lange gesund und reitbar zu halten. Das ist ja der größte Aspekt, den wir da an der Stelle für uns natürlich zu nutzen machen wollen.
00:09:59: Sarah Wir wollen unsere Pferde möglichst lange an unserer Seite haben, im Idealfall auch reiten oder am Boden arbeiten können und das sollte ohne Schmerzen erfolgen. Da ist natürlich der Huf das Fundament, auf dem der restliche Körper aufbaut und ein wesentlicher Aspekt, der dazu beiträgt, dass das Pferd möglichst lange gesund bleibt. Und wenn du dazu beitragen möchtest, dann möchte ich dich dazu auffordern, dich mehr mit dem Thema Huf und Pferdegesundheit auseinanderzusetzen und dir darüber Wissen anzueignen. Wenn du Interesse hast, das bei mir zu tun, dann schreib mir gerne eine Nachricht und lass mich wissen, was dich besonders interessiert an dem Thema Huf. Und ich bin mir sicher, dass wir da zusammenkommen werden und ich dir mein Wissen weitervermitteln kann.
00:10:45: Sarah Du praktische Erfahrungen in Form von Hufkursen, Online Kursen und oder auch einer Beratung von mir bekommen kannst und ich freue mich, wenn du mir da eine Nachricht schickst. Wenn du mehr zum Thema Huf oder auch dem Thema Vertrauensaufbau zum Pferd wissen möchtest, dann bleib gerne dabei und hör weiter diesen Podcast. Ich freue mich auch darüber, wenn du mir deine Themenwünsche zukommen lässt im Nachgang und dann greife ich diese gerne hier im Podcast auf. Wenn dir die Podcast Folge wieder gefallen hat, freue ich mich über eine 5 Sterne Bewertung auf Spotify oder Apple Podcasts. Wir hören uns dann in der nächsten Folge wieder und bis dahin wünsche ich dir eine gute Zeit mit deinem Pferd und viel Spaß beim Wissensaufbau zum Thema Hufbearbeitung und Pferdeverhalten.
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